Hotellerie
Beben beim wichtigsten Hotelranking der Schweiz
Es war der Moment an der «101 Soirée» im Bürgenstock Resort, an der sich die Gäste vor Ort verwundert die Augen rieben und sich bei den Tischnachbarn erkundigten, ob sie noch richtig hörten.
Der ehemalige Eden-au-Lac-Direktor Thomas Maechler, der als CEO die Nachfolge von Carsten K. Rath antreten sollte, hatte von ebendiesem gerade einen symbolischen Schlüssel zum Unternehmen übernommen und zu einer Antrittsrede angesetzt.
Maechler verglich Rath darin mit einem rettenden, majestätischen Bernhardiner im Schneetreiben der undurchsichtigen Hotelratings. Viele Anwesende wussten nicht recht, ob sie jetzt peinlich berührt oder amüsiert sein sollten.
Auch wenn der Vergleich wahrscheinlich gar nicht böse gemeint war, waren sich viele Gäste beim Dinner nach der Preisverleihung einig: Zwischen den beiden Führungspersönlichkeiten stimmt die Chemie offenbar nicht. Entsprechend machte rasch die Frage die Runde, wie lange diese Konstellation gut gehen könne.
Nachfolgerin oder Nachfolger gesucht
Nur wenige Tage nach der Jubiläumsgala kann diese Frage mit «nicht lange» beantwortet werden. «101 beste Hotels» und Thomas Maechler gehen nämlich per sofort getrennte Wege, wie das Unternehmen in einer Mitteilung schreibt.
Dass der Auftritt an der Gala den Ausschlag gegeben habe, wollten weder Giata-CEO Mathis Boldt noch Carsten K. Rath auf Anfrage bestätigen. Zu Gerüchten werde man keine Stellung nehmen. Thomas Maechler habe sich aus persönlichen Gründen und auf eigenen Wunsch entschieden, das Unternehmen zu verlassen.
Maechler hatte die operative Führung Anfang Februar 2026 übernommen, im Zuge des Einstiegs des Traveltech-Unternehmens Giata als strategischer Investor. 101-Gründer Carsten K. Rath kehrt nun in den Verwaltungsrat zurück und wird gemeinsam mit Mathis Boldt die Geschäftsführung in einer Doppelspitze wahrnehmen.
Die Suche nach einer Nachfolgerin oder einem Nachfolger ist bereits eingeleitet worden, und «101 beste Hotels» verspricht zu kommunizieren, sobald die Entscheidung gefallen ist.
An den Zielen – mehr Digitalisierung, mehr Internationalisierung und mehr Sichtbarkeit –, die Mathis Boldt an der Gala und im Interview mit Travelnews genannt hatte, werde man aber auf jeden Fall festhalten.