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Leitet seit vergangenem Jahr das Uganda Tourism Board: CEO Juliana Kagwa. Bilder: TN

Uganda lockt mit den Big Seven

Gregor Waser

Mit massiven Investitionen in die Infrastruktur und einem 360-Grad-Erlebnis positioniert sich Uganda als vielseitiges One-Stop-Ziel für Afrika-Reisende. Travelnews sprach mit Juliana Kagwa, CEO Uganda Tourism Board, und Arthur Kafeero, dem Botschafter Ugandas in der Schweiz.

«Tourismus war früher oft nur das Abhaken von Sehenswürdigkeiten», erklärt Juliana Kagwa, CEO des Uganda Tourism Board, im Gespräch mit Travelnews. Doch der moderne Reisende suche mehr. Laut Kagwa hat sich der Fokus in Uganda verschoben: Weg vom reinen Sightseeing, hin zum «Eintauchen». Es gehe um ein 360-Grad-Erlebnis, das alle Sinne anspricht – die Geräusche des Dschungels, der Duft von frischem Kaffee und das tiefe Verständnis der lokalen Kultur.

Nach den Herausforderungen der Pandemie erlebt Uganda einen deutlichen Aufschwung. Bereits 2025 erreichte das Land wieder 90 Prozent des Vor-Covid-Niveaus von drei Millionen Besuchern. Das Ziel ist klar: Bis 2030 sollen diese Rekordzahlen übertroffen werden. Besonders der Schweizer Markt zeigt ein wachsendes Interesse an dem Land, das als «ganz Afrika in einer Nation» beschrieben werden kann.

Ugandas Botschafter in der Schweiz: Arthur Kafeero.

Arthur Kafeero, Ugandas Botschafter in Genf, betont beim Treffen die Einzigartigkeit des Landes: «Wir suchen den Kontakt zur Schweizer Reisebranche und Schweizer Reisenden, um zu zeigen, dass Uganda ein sehr authentisches Reiseziel ist. Eine Uganda-Reise ist eine Once-in-a-Lifetime-Erfahrung». Für Botschafter Kafeero stehen neben der Natur vor allem die Menschen im Mittelpunkt: «Uganda ist sicher, offen und herzlich.»

Infrastruktur als Schlüssel zum Erfolg

Um den Besucherstrom zu bewältigen und den Zugang zu entlegenen Regionen zu erleichtern, investiert die Regierung massiv in den Luftverkehr. Im Januar 2026 wurde das neue, moderne Terminal am Entebbe International Airport: eröffnet, das die Kapazitäten deutlich erhöht. In Kidepo entsteht ein neuer Flughafen, der den direkten Zugang zum wilden Kidepo Valley National Park ermöglicht. Der neue Kabalega-Flughafen öffnet den Weg zum Murchison Falls National Park und den Regenwäldern von Bwindi und verbessert somit die Rift-Valley-Anbindung.

Besonders strategisch ist zudem die neue Direktverbindung von Kisumu (West-Kenia) nach Entebbe. Reisende müssen nun nicht mehr den Umweg über Nairobi nehmen, was die Kombination einer Masai-Mara-Safari mit den ugandischen Highlights deutlich erleichtert. Dank des Ostafrika-Visums lassen sich Uganda, Kenia und Ruanda ohnehin unkompliziert mit einem einzigen Dokument bereisen.

Von den Big Five zu den Big Seven

Wer nach Afrika kommt, will meist die «Big Five» sehen. Uganda setzt noch zwei oben drauf. «Wir haben die Big Seven», sagt Juliana Kagwa stolz. Zu Löwe, Leopard, Elefant, Büffel und Nashorn gesellen sich hier die engsten Verwandten des Menschen: Berggorillas und Schimpansen.

Während der Westen des Landes mit dem Bwindi Impenetrable Forest und dem Queen Elizabeth National Park (berühmt für seine baumkletternden Löwen) bereits etabliert ist, rückt nun der Osten in den Fokus. Die Region Karamoja bietet authentische Begegnungen mit der lokalen Bevölkerung und Wandersafaris in unberührter Natur.

Mit 15 Prozent Wasserfläche, schneebedeckten Gipfeln am Äquator (den Rwenzori-Bergen) und einem angenehmen tropischen Klima ist Uganda das ganze Jahr über bereisbar. Ob Adrenalin beim Rafting auf dem Nil in Jinja, Entspannung am Lake Bunyonyi oder Kulturreisen zu den Karamojong – das Land beweist, dass es weit mehr ist als «nur» die Heimat der Gorillas. Es ist ein Land der Kontraste, in dem man morgens im Nebelwald nach Primaten sucht und nachmittags in der Savanne Löwen beobachtet.