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Marius Griego, Vice President Sales & Marketing DACH, will die Stärken von Hurtigruten im Vertrieb deutlicher herausarbeiten. Bild: Nik Eugster

Mehr B2B-Fokus und neue Routen bei Hurtigruten

Nik Eugster

Mehr Zusammenarbeit mit Reisebüros, neue Routen abseits und entlang der klassischen Postschiffstrecke und eine klarere Positionierung im wachsenden nordeuropäischen Kreuzfahrtmarkt: Wie das bei Hurtigruten konkret aussehen soll, erklärt Marius Griego, Vice President Sales & Marketing DACH, im Gespräch mit Travelnews.

Der Wettbewerb bei Kreuzfahrten und Reisen nach Norwegen und in den hohen Norden Europas hat in den letzten Jahren deutlich zugenommen. Immer mehr Reedereien setzen Schiffe auf entsprechenden Routen ein. Für Hurtigruten bedeutet das vor allem eines: die eigene Position klarer zu definieren und Reisebüros stärker mit konkreten Verkaufsargumenten zu unterstützen.

Ein wichtiger Bestandteil dieser Strategie ist deshalb die intensivere Zusammenarbeit mit den Vertriebspartnern. In den vergangenen Monaten hat Hurtigruten zahlreiche Kooperationen erneuert und ausgebaut. Gleichzeitig investiert das Unternehmen stärker in gemeinsame Marketingaktionen, Branchenevents und Schulungen. «Ziel ist es, das Produkt beim Endkunden sichtbarer zu machen», sagt Marius Griego, Vice President Sales & Marketing DACH von Hurtigruten.

Klare Verkaufsargumente im neuen Katalog

Ein zentrales Element dieser Strategie ist die klare Darstellung der eigenen USPs. Diese wurden im neuen Katalog, der an der ITB Berlin druckfrisch auflag, erneut offensiv herausgearbeitet. Im Mittelpunkt steht dabei die besondere Rolle von Hurtigruten entlang der norwegischen Küste.

Während klassische Kreuzfahrtschiffe meist einzelne Häfen anlaufen, bewegen sich Hurtigruten-Schiffe zwischen Inseln, Fjorden und kleineren Küstenorten. Dadurch entstehen Reiseerlebnisse, die deutlich näher an der Landschaft und den dortigen Gemeinden liegen.

«Diese Verbindung zur Küste gehört zur DNA des Unternehmens», so Marius Griego. Seit mehr als 130 Jahren verbindet Hurtigruten die Orte entlang der norwegischen Küste. Viele Crewmitglieder stammen selbst aus diesen Regionen, und auch kulinarisch setzt die Reederei stark auf lokale Produkte. In der sogenannten «Coastal Kitchen» stammen rund 80 Prozent der Zutaten direkt von der norwegischen Küste.

Neue Routen ergänzen die Postschiffreise

Das Herzstück des Angebots bleibt weiterhin die klassische Postschiffroute entlang der norwegischen Küste. Gleichzeitig erweitert Hurtigruten sein Portfolio zunehmend um zusätzliche touristische Reisen.

Diese sogenannten «Signature»-Routen bauen auf der Erfahrung der Küstenfahrten auf, setzen jedoch stärker auf längere Aufenthalte in den Häfen und intensivere Naturerlebnisse. Häfen, die auf der Postschiffroute oft nur kurz angelaufen werden, stehen hier teilweise mehrere Stunden oder sogar über Nacht auf dem Programm.

Ein Beispiel dafür ist eine neue Winterroute mit besonders grossem Potenzial im deutschsprachigen Markt. Die einwöchige Reise startet in Tromsø, führt über die Lofoten bis zum Nordkap und bewegt sich während der gesamten Route innerhalb der Nordlichtzone. Gerade diese Kombination aus Naturerlebnis und längeren Aufenthalten komme im Vertrieb gut an, sagt Marius Griego.

Nachhaltigkeit bleibt strategisches Thema

Ein weiteres wichtiges Thema bleibt die Nachhaltigkeit. Hurtigruten arbeitet seit Jahren an neuen Technologien, um den Betrieb entlang der norwegischen Küste klimafreundlicher zu gestalten. Besondere Aufmerksamkeit erhält dabei das Konzept eines emissionsfreien Küstenschiffs, das in Zusammenarbeit mit Forschungseinrichtungen intensiv getestet wurde.

Ob und wann ein solches Schiff tatsächlich gebaut wird, hängt jedoch von politischen Rahmenbedingungen und den Behörden der Regionen entlang der Küste ab. Laut Marius Griego müssen diese Bedingungen alle gegeben sein, um einen Baustart überhaupt möglich zu machen.

Parallel dazu investiert Hurtigruten bereits heute in Hybridtechnologie für seine Flotte. Zudem führte die Reederei im vergangenen Jahr erstmals eine komplette Küstenfahrt durch, die vollständig mit Biokraftstoff betrieben wurde.

Schweiz bleibt wichtiger Vertriebsmarkt

Auch für die Strategie im deutschsprachigen Markt spielt die Schweiz eine wichtige Rolle. «Die Schweiz ist für uns ein bedeutender Markt», betont Marius Griego. Besonders hochwertige Produkte wie die Signature-Reisen hätten hier grosses Potenzial.

Überraschend stark nachgefragt würden zudem Abfahrten ab Hamburg – obwohl viele Schweizer Gäste auch direkt nach Norwegen fliegen könnten. «Wir waren selbst überrascht, wie gut diese Hamburg-Abfahrten in der Schweiz funktionieren.»

Gemeinsam mit ausgewählten Vertriebspartnern will Hurtigruten deshalb weiterhin daran arbeiten, den Markt auszubauen und neue Zielgruppen zu erschliessen.