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Europäische Reiseziele wie Rom dürften auch in diesem Jahr von vielen US-Reisenden besucht werden. Bild: Adobe Stock

US-Amerikaner halten an Europa-Reisen fest

Trotz Spannungen rund um Grönland planen viele US-Amerikaner weiterhin Reisen nach Europa. Eine Umfrage bei verschiedenen US-Reiseveranstaltern zeigt: Die Buchungszahlen steigen, Stornierungen bleiben selten – auch wenn Reisende sensibler auf politische Entwicklungen reagieren.

Eine Umfrage des Fachportals «Travel Weekly» aus den USA dürfte Schweiz Tourismus aufatmen lassen. Nachdem in den Vorjahren viele US-Amerikaner die Schweiz und Europa besucht haben, stellte sich nach den jüngsten Turbulenzen die Frage, ob die kaufkräftigen Amerikaner auch in diesem Jahr nach Europa reisen. Es sieht danach aus.

Die Ergebnisse der Umfrage deuten auf ein weiteres starkes Jahr für Transatlantikreisen hin. Mehrere Anbieter – etwa Well Traveld Texan, Collette, The Travel Corporation oder Intrepid Travel – berichten von deutlich steigenden Buchungen für Europa im Jahr 2026, ohne dass ein nennenswerter Anstieg von Stornierungen festgestellt wurde. Selbst kurzfristige Schwankungen – etwa ein Buchungsrückgang im Januar – erwiesen sich als vorübergehend.

Insgesamt gilt Europa weiterhin als wichtigste Fernreisedestination: Bei einigen Veranstaltern entfällt ein Grossteil des Umsatzes auf Reisen in diese Region, teils mit erheblichen Wachstumsraten im Vergleich zum Vorjahr.

Politische Lage sorgt für Fragen – nicht für Verzicht

Zwar erkundigen sich US-Reisende zunehmend danach, wie sie im Ausland aufgenommen werden könnten, doch dies beeinflusst die Reiseentscheidung kaum. Statt über einen Verzicht nachzudenken, suchen viele nach Verhaltenshinweisen für respektvolles Reisen. Die Stimmung wird eher als neugierig denn als ängstlich beschrieben.

Gleichzeitig wünschen sich zahlreiche Kundinnen und Kunden mehr Flexibilität: Rückerstattbare Flugtickets und Reiseversicherungen gewinnen deutlich an Bedeutung.

Zu Jahresbeginn zeigte sich zeitweise ein Rückgang bei Buchungen oder Abschlussraten, was teilweise auf eine allgemein als ablenkend wahrgenommene Weltlage zurückgeführt wird. Dennoch normalisierte sich die Nachfrage rasch, und Reiseanfragen bewegen sich inzwischen wieder auf gewohntem Niveau.

Ein möglicher Wachstumsdämpfer könnte entstehen, falls politische Spannungen oder gesellschaftliche Proteste weiter zunehmen. Derzeit überwiegt jedoch die Einschätzung, dass der Europatourismus 2026 robust bleiben wird.

Reisende rechnen mit Pöbeleien

Einige US-Reisende befürchten, aufgrund politischer Differenzen in unangenehme Diskussionen verwickelt zu werden. Vereinzelt wurde berichtet, dass Gespräche über Politik während privater Führungen oder Transfers als störend empfunden wurden. Europa gilt dabei als Region, in der solche Themen häufiger zur Sprache kommen als in anderen Fernzielen.

Die Umfrage zeigt ein klares Bild: Politische Spannungen erhöhen zwar das Informationsbedürfnis der Reisenden, doch sie halten die Mehrheit nicht von Europa ab. Der Kontinent bleibt ein zentraler Sehnsuchtsmarkt – mit stabiler Nachfrage und positiven Aussichten für die kommenden Jahre.

(TN)