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Ägypten kündigt Milliardenprojekt am Roten Meer an
Ägypten plant das nächste gigantische Tourismusprojekt: Mit Marassi Red Sea soll südlich von Hurghada ein neues Luxusresort entstehen. Der Vertrag mit dem emiratischen Immobilienunternehmen Emaar Misr wurde Anfang September unterzeichnet, wie verschiedene Medien berichten.
Das Projekt umfasst ein Gebiet von rund zehn Quadratkilometern und soll innerhalb von vier Jahren fertiggestellt werden. Geplant sind zwölf Luxushotels, schwimmende Unterkünfte nach dem Vorbild der Malediven, eine Marina mit Yachthafen, mehrere Privatstrände sowie künstliche Lagunen. Hinzu kommen eine 400 Meter lange Promenade, über 500 Geschäfte und Restaurants sowie Schulen, Spitäler, Sport- und Wellnesseinrichtungen.
Die ägyptische Regierung erwartet vom Bau einen erheblichen Beschäftigungseffekt: Bis zu 170'000 Arbeitsplätze sollen während der Errichtung entstehen, rund 25'000 sollen langfristig bestehen bleiben. Der jährliche wirtschaftliche Nutzen wird auf 80 bis 160 Millionen Franken geschätzt.
Tourismusstrategie zwischen Wachstum und Kritik
Marassi Red Sea ist Teil einer umfassenden Tourismusstrategie. Bis 2028 will Ägypten 30 Millionen Gäste pro Jahr anziehen. Dazu sollen Grossinvestitionen in neue Destinationen beitragen.
Erst im Februar 2024 wurde mit einem weiteren emiratischen Unternehmen ein Vertrag über die Entwicklung von Ras Elhekma am Mittelmeer unterzeichnet – mit einem Investitionsvolumen von fast 30 Milliarden Franken.
Die Regierung spricht von einem Schritt in Richtung nachhaltigen Luxustourismus. Kritiker hingegen äussern Zweifel, ob das Megaprojekt in der vorgesehenen Zeit realisierbar ist und warnen vor möglichen ökologischen Folgen für die Küstenregion.