Flug
Southwest schielt nach Europa
Southwest ist der mit Abstand erfolgreichste Low-Cost-Carrier der USA und gemessen am Umsatz auch der grösste Low-Cost-Carrier der Welt. Währenddem sich Southwest bislang hauptsächlich und mit Erfolg auf den amerikanischen Domestic-Markt beschränkte, wird nun laut über Strecken nach Europa und Kanada nachgedacht. Dies hat zumindest Southwest-CEO Gary Kelly beim jährlichen Shareholder-Meeting durchsickern lassen.
Zum einen liess Kelly dort wissen, dass 2017 das drittbeste Jahr in der Geschichte von Southwest gewesen sei, und das insgesamt 45. Jahr mit einem Nettogewinn. Aufgrund dieser Resultate fasse man eine weitere grosse Expansion ins Auge – rund 50 Ziele in Nord- und Südamerika gehörten dabei zu den identifizierten Möglichkeiten. Aber auch Routen nach Europa werden nicht mehr ausgeschlossen. Als Abflughafen käme hierbei Southwests Ostküsten-Hub Baltimore Washington International in Frage. Wobei zu bedenken ist, dass Southwest bislang auf eine reine Flotte aus Boeing B737 unterschiedlicher Typen setzt. Mit den bereits vorhandenen bzw. bestellten B737-8MAX sind Reichweiten von bis zu 6510 Kilometern möglich. Das würde ab Baltimore zumindest bis nach London reichen.
Aktuell fliegt die in Dallas beheimatete Airline 100 Ziele an, deren 86 in den USA liegen und 96 Prozent des Verkehrsaufkommens ausmachen. Mit den 14 internationalen Strecken (nach Zielen in Zentralamerika und in die Karibik) werden lediglich 14 Prozent des Verkehrs generiert. Aktuell steht eine erste grosse Expansion nach Hawaii an – zwar ein inneramerikanisches Ziel, aber doch auch gewissermassen eine Langstrecke. Southwest wartet noch auf die Zustimmung der US-Luftfahrtbehörde sowie ein Zertifikat für den Flugbetrieb auf längeren Strecken über Wasser. Klingt wie ein Training für eine Expansion in den Transatlantikverkehr.