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An wen und in welcher Form wird Niki verkauft? Bald sollte darüber Klarheit herrschen. Bild: Airlines470

Lufthansa sieht ausser sich selbst keinen Niki-Käufer

Der Verkauf soll aber kurz vor dem Abschluss stehen. Gleichzeitig wird Belair in den Insolvenz-Strudel rund um Air Berlin hineingezogen.

Für die insolvente Fluggesellschaft Niki sind Verhandlungen mit potenziellen Käufern weit fortgeschritten. Laut dem Insolvenzverwalter Lucas Flöther sei «in Kürze» mit einem Ergebnis zu rechnen. Nach wie vor gilt, dass bis Ende Dezember Zeit ist. In einigen nationalen und internationalen Medien wurden Entscheidungen für diesen Donnerstag oder Freitag erwartet.

Am Freitag vor Weihnachten hatte der Insolvenzverwalter mitgeteilt, dass sechs strategische Interessenten Angebote für weite Teile des Geschäftsbetriebs vorgelegt haben. Davon waren fünf Angebote verbindlich. Mit zunächst vier Bietern wurden finale Verhandlungen angekündigt. Namen werden nicht genannt; zu den Interessenten zählt nach eigenen Angaben Niki-Gründer Niki Lauda, dazu geht man von Condor/Thomas Cook sowie der spanische Vueling/IAG aus.

Klar ist: Es geht offenbar nur um Teile des Geschäftsbetriebs. Ein gesamtheitlicher Verkauf von Niki scheint vom Tisch. Diesbezüglich äusserte sich übrigens Lufthansa-CEO CArsten Spohr in der «Frankfurter Allgemeinen» folgendermassen: «Ich sehe ausser uns keinen potenziellen Käufer, der die Niki im Ganzen erwirbt und ihren Betrieb nachhaltig finanziert.» Dass die Lufthansa ihr Angebot zurückgezogen und Niki damit in die Pleite geschickt habe, begründet Spohr so: «Die EU-Kommission hatte uns mitgeteilt, egal auf wie viele Start- und Landerechte wir verzichten, sie würde den Kauf in der sogenannten Phase 1 nur unter der Auflage genehmigen, dass wir Niki umgehend weiterverkaufen. Darauf konnten wir uns natürlich nicht einlassen.»

Auch Belair in Nöten

Unterdessen sitzen in der Schweiz ehemalige und aktuelle Mitarbeiter der inzwischen eingestellten Ex-Air-Berlin-Tochter und Niki-Schwester Belair auf Lohn- und Sozialplanforderungen. Laut dem «Aerotelegraph», dem interne Meldungen vorliegen, sei Belair aktuell nicht in der Lage, die Dezemberlöhne für die wenigen verbliebenen Mitarbeitenden auszubezahlen. Auch die Sozialplan-Ansprüche der ehemaligen Mitarbeiter, die per Ende Oktober aus dem Unternehmen ausgeschieden sind, werden zurzeit offenbar nicht erfüllt.

Begründet wurden die fehlenden Zahlungen mit der Insolvenz von Niki. Belair wird also im «Insolvenz-Strudel» mitgerissen. Belair hat schon im Oktober ihren Flugbetrieb eingestellt und die Liquidation eingeleitet. Rund 220 Mitarbeiter verloren ihre Stellen, die noch verbliebenen sollen die geordnete Liquidation des Unternehmens bis April 2018 bewerkstelligen. Etwa 30 der entlassenen Mitarbeitenden sollten bei der Swiss unterkommen können.

(JCR/AWP)