Flug

Swiss macht reinen Tisch: Das Kabinenpersonal (Bild) hat seit 2015 einen GAV, das Bodenpersonal seit letztem Jahr (gültig ab 2018) und jetzt haben auch die Piloten ihren neuen GAV. Bild: Swiss

Einigung zwischen Swiss und ihren Piloten

Endlich gibt es nur noch einen GAV für alle Piloten. Derweil machen die Piloten von Air Berlin negative Schlagzeilen.

Das monatelange Tauziehen um einen neuen Gesamtarbeitsvertrag (GAV) zwischen der Swiss und deren aktuell rund 1300 Piloten, welche in den Verhandlungen von der Aeropers vertreten wurde, ist beendet. Das hat der «Blick» heute unter Berufung auf Aeropers-Sprecher Thomas Steffen gemeldet. Details liegen noch keine vor.

Auf Nachfrage bei Swiss bestätigt Sprecher Stefan Vasic diesen Sachverhalt gegenüber travelnews.ch: «Swiss und Aeropers haben sich nach längerer Verhandlungsphase auf einen neuen Gesamtarbeitsvertrag für alle Piloten von Swiss geeinigt. Der neue GAV stellt ein Bekenntnis der langjährigen Sozialpartnerschaft von Aeropers und Swiss dar und schafft mit einer Vertragslaufzeit von vier Jahren langfristige Stabilität. Darüber hinaus wurde ein historischer Schritt vollzogen, indem die zwei heute bestehenden Gesamtarbeitsverträge, welche ihren Ursprung in den zwei unterschiedlichen Verträgen der Swissair und Crossair haben, in einem gemeinsamen Gesamtarbeitsvertrag zusammengeführt werden.»

Auch von Swiss-Seite wurden aber noch keine Details zum Vertrag kommuniziert. Als Aeropers im vergangenen Juni die Verhandlungen zwischenzeitlich abbrach, war die Rede von fehlendem Entgegenkommen der Swiss und dass man nicht gewillt sei, noch schlechtere Löhne für Neueinsteiger sowie schlechter Pensionskassen-Konditionen zu akzeptieren – weil der Pilotenjob weiterhin attraktiv sein soll. Wie stark Swiss nachgegeben hat, ist derzeit noch unbekannt, doch Steffens Aussage im Blick, die Aeropers sei «zufrieden, aber nicht begeistert», lässt auf einen gutschweizerischen Kompromiss schliessen.

Deutsche Steuerzahler müssen für Air-Berlin-Piloten blechen

Während die Swiss-Piloten zufrieden in die Zukunft blicken können, kämpfen die Piloten von Air Berlin um ihre Pfründe. Wie der «Spiegel» herausgefunden hat, sind die AB-Piloten damit beschäftigt, ihre durch die Insolvenz der Airline auf maximal 6350 Euro gedeckelten Löhne «aufzustocken»: Sie erhalten also ihren eigentlichen, besseren Lohn, wobei die Differenz – die in Einzelfällen mehr als 10‘000 Euro pro Monat betragen kann – aus der Insolvenzmasse und dem von der Bundesregierung bewilligten Rettungskredits in Höhe von 150 Millionen Euro gespeist wird. Mit anderen Worten: Wenn «Arme» sich ihr Gehalt mit Beiträgen aus Hartz IV aufstocken, stocken sich Gutverdienende das Salär mit Steuergeldern auf.

Diese fehlende Bereitschaft auf Verzicht sorgt natürlich für Unruhe im Unternehmen. Die schlechter bezahlten Mitarbeitenden aus Abfertigung und Technik, welche sicher auch keine Schuld an der Misere des Unternehmens tragen, haben weniger gute Aussichten auf Weiterbeschäftigung in anderen Unternehmen. Air Berlin rechtfertigt die Lohnaufstockungen damit, dass sonst Kaderpersonal abwandern würde.

(JCR)