Flug

Die Suche nach dem Wrack der MS804 dauert an. Bild: Egypt Navy

MS804 sendete ein Notsignal

Der Emergency Locator Transmitter könnte die Suche nach den Flugschreibern stark eingrenzen.

Flug MS 804 sendete — Minuten nachdem das Flugzeug vom Radar verschwand — ein Notsignal. Dies empfingen um 2.36 Uhr Ortszeit europäische und amerikanische Satelliten, wie die National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA) der Vereinigten Staaten bestätigte.

Der sogenannte Emergency Locator Transmitter (ELT), der sich bei einem Absturz automatisch aktiviert, hat demnach rund sechs Minuten nach der letztmalig um 2:29:33 Uhr festgestellten Radarposition ein Signal gesendet. Der ELT funktioniert allerdings nur kurze Zeit und nicht unter Wasser. Für die Suche nach den Flugschreibern könnte dieses Signal jedoch hilfreich sein: Stammt das Signal vom Aufschlag ins Meer, könnte die Suchtruppe die Absturzstelle auf einen Umkreis von fünf Kilometern eingrenzen.

Das Wrack der Maschine und die Flugschreiber vermutet man in rund 3000 Metern Tiefe. Das dort sehr kalte Wasser könnte die ohnehin schon begrenzte Batterielebensdauer der Peilsender zusätzlich verkürzen. Mittlerweile hat man die beiden französischen Firmen Alseamar und Deep Ocean Search (DOS) mit der suche nach den Flugschreibern beauftragt. Die beiden Unternehmen sind auf die Suche nach Wracks im Meer spezialisiert. Alseamar soll die Flugschreiber mittels Sonarzeichen orten, wonach die DOS die Geräte dann mit Hilfe eines Roboters bergen könnte.

Die Spekulationen um die Absturzursache reissen nicht ab: Erst wurde ein Anschlag für wahrscheinlich gehalten, was zunächst durch die auffällig kleinen Leichenteilfunde bestätigt zu sein schien. Seit bekannt ist, dass die Maschine kurz vor dem Absturz ein Alarmsignal (Rauch im Cockpit und der Ausfall des Bordcomputers) ausgesendet hat, tendieren Experten wieder zu einem technischen Problem. Auch von einem möglichen Meteoriteneinschlag ist die Rede. Gemäss Blick hatten Raumforscher in Moskau das russische Militär davor gewarnt, dass zwischen dem 18. und 20. Mai Teile eines 10’000 Tonnen schweren Himmelskörpers in die Erdatmosphäre zwischen Grönland und Australien eintreten würden. Aussagen der Mannschaft eines griechischen Handelsschiffes, die zur Zeit des Unglücks am Himmel einen intensiven Blitz gesehen haben will, könnten diese These unterstreichen.

Klarheit über den Absturz von MS804 gibt es aber erst, wenn die Flugschreiber gefunden worden und intakt sind.

(TN)