Ferienland Schweiz
Tessin profitiert von Unsicherheit
Die Hotels im Tessin dürfen positiv gestimmt auf Ostern schauen: Fünf Tage vor den Feiertagen lag die Auslastung bereits bei rund 63 Prozent. Besonders gefragt ist die Region Locarno mit 65 Prozent Auslastung, während die Region Lugano bei rund 60 Prozent liegt, wie Sonja Frey, Präsidentin von Hotellerie Suisse Ticino, auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA sagte.
Noch vor dem Wochenende hatte die Belegung lediglich bei 45 Prozent gelegen, was die starke Dynamik im kurzfristigen Buchungsverhalten unterstreicht. Frey geht davon aus, dass die Hotels im Tessin in diesem Jahr eine Auslastung von 80 bis 85 Prozent erreichen werden.
Tessin als sichere Alternative
Die Präsidentin von Hotellerie Suisse Ticino führt die positive Entwicklung nicht nur auf die Aussicht auf mildes Frühlingswetter zurück. Vielmehr spiele auch die aktuelle geopolitische Lage eine Rolle.
«Ich habe von vielen Gästen gehört, dass sie im Moment nicht in unsichere Gegenden fliegen möchten und deshalb in die Südschweiz gereist sind», sagt sie. Das Tessin profitiere dabei als gut erreichbare, sichere Destination – ähnlich wie bereits während der Corona-Pandemie.
Bei deutschen und Deutschschweizer Gästen sei die Region Locarno beliebter als Lugano, und an Ostern dominierten Besucherinnen und Besucher aus der Deutschschweiz, erklärt Frey weiter.
Die Region Lugano punkte eher bei internationalen Gästen und Businessreisenden. Hinzu komme, dass das Locarnese mit der Nähe zu vielen attraktiven Tälern mehr Freizeitmöglichkeiten biete.
Dennoch bleibt eine gewisse Unsicherheit bestehen: Viele Gäste buchen laut Frey kurzfristig und machen ihre Entscheidung gerade über Ostern stark vom Wetter abhängig. Ein Grossteil der Gäste sei in dieser Zeit auf der Suche nach Frühlingswetter und entscheide sich deshalb erst sehr spät.