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Eingebettet in die Natur wacht man im Wild Glamping Gal Oya frühmorgens zu den Geräuschen der Tiere auf, mit Blick auf den Monkey Mountain. Alle Bilder: TN

Tested Glamping-Abenteuer in Sri Lankas unberührtem Dschungel

Marilin Leuthard

Schwimmende Elefanten, mit den Veddah durch den Dschungel und übernachten im Zelt: Der Gal Oya Nationalpark bietet aussergewöhnliche Erlebnisse. Noch ist die Region kaum touristisch erschlossen und ein absoluter Geheimtipp. Travelnews war vor Ort.

«Mama Kachchack Hondamai» lautet die Begrüssung im Wild Glamping Gal Oya; damit wird dem Gegenüber ein langes und glückliches Leben gewünscht. Es ist die traditionelle Begrüssung der Veddah, der indigenen Bevölkerung Sri Lankas, in deren Wohngebiet sich das Glamping-Resort befindet.

Nach einer wilden Fahrt zum Resort, auf einer Art motorisierten Kutsche, über eine Holperstrasse, werden wir von den Hotelmitarbeitenden und zwei Vertretern des lokalen Veddah-Stammes herzlich in Empfang genommen. Mit einer handgemachten Girlande um den Hals entzünden wir die traditionellen Ölkerzen und starten in das Glamping-Abenteuer.

Das Wild Glamping Gal Oya befindet sich in einer abgeschiedenen Region, fernab herkömmlicher Touristenpfade. Es ist eine der wenigen Unterkünfte in dem Gebiet und der ideale Ausgangspunkt für Safaris im Gal Oya Nationalpark (Geheimtipp!), Wanderungen durch den Dschungel oder aber um in die Kultur der Veddah einzutauchen.

Schwimmende Elefanten

Nach der Ankunft begeben wir uns auch schon auf das erste Abenteuer: eine Boots-Safari auf dem Senanayake Samudraya, dem grössten Stausee Sri Lankas und dem Herzstück des Gal-Oya-Nationalparks. Mit ein wenig Glück lassen sich bei einer Bootsfahrt neben zahlreichen Vogelarten auch Krokodile, Lippenbären oder Leoparden beobachten. Besonders bekannt ist der Park aber für seine schwimmenden Elefanten.

Um Luft zu holen, streckt das ausgewachsene Tier von Zeit zu Zeit den Rüssel in die Höhe.

Nach rund einer Autostunde geht es mit einer Schwimmweste ausgestattet auf die kleinen Motorboote und hinaus auf den See. Laut dem anwesenden Ranger wurden seit zwei Monaten keine schwimmenden Elefanten mehr gesichtet. Aber das sollte sich an diesem Tag ändern: Nur kurz nach dem Start der Tour sehen wir von weitem ein grosses Tier im Wasser.

Je näher wir heranfahren, desto klarer wird erkennbar, dass ein Elefant von einer Insel zurück an Land schwimmt. Mit dem Boot fahren wir so nah wie möglich heran und werden Teil eines seltenen Spektakels: Gemächlich schwimmt das riesige Tier Richtung Land und streckt von Zeit zu Zeit den Rüssel über Wasser, um nach Luft zu schnappen. Das Glück ist auf unserer Seite: Kurze Zeit später entdecken wir auch noch ein Krokodil, das sich sonnt.

Camping, aber luxuriös

Zurück im Glamping-Resort beziehen wir unsere Zelte. Mein grosszügiges Luxury Tent (48 Quadratmeter) befindet sich rund fünf Gehminuten vom Hauptgebäude entfernt. Das Zelt steht unter einem Dach, wodurch es sich weniger aufheizt. Ich bin froh, dass das Zelt gut abgedichtet ist und ich mir keine Sorgen um Krabbeltiere machen muss. Man hat nicht nur Ruhe vor möglichen Tieren, sondern auch vor der Aussenwelt: Internet- oder WLAN-Empfang gibt es in den Zelten nämlich keinen.

Die Zelte verbinden das besondere Naturerlebnis mit viel Komfort.

Ausgestattet ist mein Zelt mit einem bequemen Doppelbett, einer leistungsstarken Klimaanlage und Ventilator, einem kleinen Schreibtisch mit Wasserkocher, einem Safe und zwei riesigen Taschenlampen, wenn man in der Nacht nach draussen muss. Einzig ein Föhn hat mir persönlich gefehlt.

Durch eine Tür gelangt man nach draussen in ein grosszügiges Bad. Es ist überdacht und von einer Steinmauer und Wellblech umgeben, bietet aber dennoch einen Blick in den Dschungel, sodass man sich mitten in der Natur fühlt. Das Betreten des Bads ist jedes Mal eine Überraschung: Ob Geisselspinne, Gecko, Tausendfüsser oder Frosch, man ist selten allein.

Ein grosser Pool lädt nach den Ausflügen in den Dschungel zum Abkühlen und Entspannen ein.

Insgesamt verfügt das Glamping über 20 luxuriös ausgestattete Zelte, fünf für Familien bis vier Personen und 15 Doppel-Zelte. Im halboffenen Restaurant im Hauptgebäude gibt es köstliche sri-lankische und internationale Speisen, deren Zutaten, wenn möglich, aus dem eigenen Hotelgarten stammen. Ein grosser Swimmingpool rundet das stimmige Angebot ab.

Eintauchen in eine uralte Kultur

Das unberührte Naturparadies rund um den Gal Oya Nationalpark ist zudem die Heimat von rund 150 Familien der indigenen Veddah. Bis in die 1950er Jahre lebte die Gemeinschaft in Höhlen, wurde jedoch im Zuge staatlicher Entwicklungsprojekte umgesiedelt und lebt heute grösstenteils in Lehmhäusern im Wald. Viele haben sich auch in örtliche Gemeinschaften integriert.

Im Rahmen einer Zusammenarbeit mit dem Wild Glamping Gal Oya haben Gäste die Möglichkeit, in die traditionelle Lebensweise der Veddah einzutauchen, und tragen so dazu bei, dass die Kultur noch so lange wie möglich erhalten bleiben kann.

Gunabandila Attho ist das Oberhaupt der Rathugala Veddah und führt uns durch den Dschungel.

Gemeinsam mit Gunabandila Attho, dem Oberhaupt der Rathugala-Veddah, machen wir uns auf, den nahegelegenen Dschungel zu erkunden. Bevor wir den Dschungel betreten, betet Attho zu seinen Ahnen, damit uns nichts passiert. Wir waten durch den dichten Dschungel und überqueren sogar einen Fluss, während Attho uns uraltes Wissen über essbare Pflanzen und traditionelle Jagdmethoden vermittelt. Nach rund drei Stunden kehren wir zurück zum Hotel.

Ein ganz besonderes Erlebnis ist das singhalesische und tamilische Neujahrsfest, das am 14. April gefeiert wird. Im Wild Glamping Gal Oya feierten alle Gäste und Mitarbeitenden einen unvergesslichen Tag mit Spiel und Spass sowie vielen traditionellen Köstlichkeiten.

Das neue Jahr beginnt aber nicht um Mitternacht. Die Festlichkeiten richten sich nach dem astrologischen Kalender. Das Jahr endete um 03.38 Uhr morgens, woraufhin eine Übergangsperiode folgte, bis um 09.32 Uhr dann das neue Jahr anbrach.

Weitere Erlebnisse im Wild Glamping Gal Oya:

  • Entdecken der buddhistischen Ruinen von Rajagala aus dem 1. Jh. v. Chr.
  • Wanderung auf den nahegelegenen Monkey Mountain
  • Besuch der Henewala-Höhle
  • Diverse Safaris

Ob Abenteurer, Ruhesuchende oder Naturliebhaberinnen: In der unberührten Natur in und um das Wild Glamping Gal Oya und den Gal Oya Nationalpark findet jede Person, was sie sucht. Der Aufenthalt war ein aussergewöhnliches Erlebnis. Das besondere Neujahrsfest, die faszinierenden Tierbegegnungen und die jahrtausendealte Kultur der Veddah machten die Tage im Wild Glamping Gal Oya unvergesslich.