Ferienland Schweiz

Die Fussball-EM der Frauen lockte Zehntausende in die Stadien und brachte spürbare Impulse für Tourismus und Detailhandel. Bild: Schweiz Tourismus

Frauen-EM sorgt für volle Kassen

Die erste Phase der Frauen-Fussball-EM hat der Schweizer Wirtschaft spürbaren Auftrieb verliehen. Laut einer Zwischenbilanz von Schweiz Tourismus stiegen Hotelauslastung, Konsum und Besucherzahlen in den Austragungsorten deutlich an.

Die Fussball-EM der Frauen hat der Schweizer Wirtschaft in ihrer ersten Woche spürbare Impulse verliehen. Die Austragungsstädte verzeichneten höhere Auslastungen, und mehr ausländischen Gäste zückten ihre Kreditkarten.

Basel etwa geht bei der Hotelauslastung von fünf bis zehn Prozent Zuwachs im Juli aus verglichen zum Rekord-Juli 2024, wie Schweiz Tourismus am Dienstag mitteilte. Auch Luzern rechnet im Juli mit einem Plus von zwei Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. In St. Gallen lag die Auslastung bei den Zimmern an Gruppenspiel-Tagen «deutlich erhöht» bei 80 bis 100 Prozent, also teils ausgebucht.

Daten des Kreditkartenanbieters und EM-Sponsors Visa deuten ebenfalls auf höhere Umsätze hin. Die Ausgaben internationaler Gäste stiegen laut Mitteilung in der Zeit vom 2. bis 5. Juli um 27 Prozent gegenüber dem Vorjahr, während die Zahl der ausländischen Besucherinnen und Besucher mit einer Visa-Karte um 12 Prozent zunahm. Auch Schweizerinnen und Schweizer griffen häufiger zur Karte: Ihre Ausgaben stiegen in der Zeit um über 20 Prozent.

In der Gastronomie stiegen die Umsätze mit Visa-Zahlungen landesweit um 35 Prozent, in Bern sogar um 97 Prozent. Der Detailhandel legte um 30 Prozent zu. Absolute Zahlen nannte Visa nicht.

Den grössten Besucherzuwachs bemerkte Visa bei Gästen aus Deutschland mit nahezu 30 Prozent, gefolgt von Polen und den Niederlanden (je plus 25 Prozent), Grossbritannien (plus 20 Prozent), Italien (plus 15 Prozent) und Frankreich (plus 10 Prozent). Mit Blick auf die Ausrichterstädte verzeichneten Sion (plus 66 Prozent) und Thun (plus 50 Prozent) den höchsten Anstieg an mit Visa-Karte zahlenden internationalen Gästen.

Zuschauerrekord bei Spielen

Bei der Europameisterschaft in der Schweiz kamen bislang so viele Zuschauerinnen und Zuschauer in die Stadien wie noch nie bei einer EM-Gruppenphase der Frauen. Laut dem Europäischen Fussball-Verband UEFA besuchten 461'582 Menschen die 24 Spiele. 22 Partien waren ausverkauft.

Die durchschnittliche Besucherzahl bei den Begegnungen lag bei 19'233. Die meisten Zuschauer - 34'165 - gab es beim Spiel der deutschen Nationalmannschaft gegen Dänemark (2:1) in Basel. Es war damit die höchste Besucherzahl bei einem Gruppenspiel in der Geschichte der EM ohne Beteiligung des Gastgebers.

Für das Turnier in der Schweiz wurden schon vor Beginn so viele Tickets verkauft wie noch nie zuvor bei einer Europameisterschaft. Wie die UEFA bekanntgab, wurden mehr als 600'000 Eintrittskarten abgesetzt.

(TN)