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Der Pegelstand des Stausees Gorg Blau auf Mallorca sinkt. Bild: HO

Mallorca geht das Wasser aus

Für Ses Salines an der Südküste bis Santa Margalida an der Nordostküste wurde bereits der Alarmzustand ausgerufen.

Fehlende Niederschläge lassen die mallorquinischen Grundwasserreserven weiter zurückgehen. Aktuell beträgt der inselweite durchschnittliche Pegelstand 44 Prozent - ähnliche niedrige Werte habe man zuletzt vor zehn Jahren gemessen, wie die Mallorca Zeitung berichtet. Auch die Stauseen úber und Gorg Blau liegen mit etwas über 40 Prozent rund 30 Punkte unter dem Pegelstand vom Vorjahr. Ein weiteres Problem ist auch das Leitungsnetz, das völlig verlöchert ist. Ein Viertel des Wassers geht auf dem Weg zum Verbraucher verloren.

Auch Ibiza nähert sich dem Wasserkollaps: Mit einem durchschnittlichen Pegelstand von 35 Prozent, gilt hier aber noch die Vorwarnstufe. Mit 53 Prozent im grünen Bereich liegt lediglich noch Menorca. Die Wasserknappheit wurde in vier Stufen unterteilt: „stabil" (estable), „Vorwarnung" ­(prealerta), „Alarm" (alerta) und „Notstand" (emergencia).

Die Gemeinden sind auf Mallorca für das Wassersparen zuständig. Die Bürgermeister in der Inselmitte werden aufgerufen, Sparmassnahmen und Restriktionen zu beschliessen. So könnten sie beispielsweise Massnahmen bei der Strassenreinigung, der Bewässerung von Gärten, dem Befüllen von Pools oder öffentlichen Strand­duschen ergreifen.

In einigen Gemeinden läuft das Wasser nur noch an bestimmten Wochentagen aus dem Hahn

Die Inselmitte wie auch das Umland von Palma sind an das inselweite Wassernetz und somit an die Grundwasserdepots und Entsalzungsanlagen angeschlossen. Das Gebiet der Tramuntana, wo der Wasserstand ebenfalls bereits als kritisch gilt, muss sich mit Quellen und Brunnen selbst versorgen. Bereits sind einzelne Tankwagen im Einsatz, die entsalztes Meerwasser ins Gebiet bringen. Allerdings ist Wasser auf Rädern um ein Vielfaches teurer.

In Gemeindeteilen von Deià läuft das Wasser nur noch an bestimmten Wochentagen aus dem Hahn. Fincas ausserhalb des Ortskerns von Banyalbufar wurde das Wasser komplett abgestellt, sie müssen sich nun über Brunnen selbst versorgen.

In den Hotels liegen Flyer der Stadtwerke und der Inselregierung aus, die die Touristen zum sparsamen Umgang mit Wasser aufrufen. In den Tourismushochburgen fliesst das knappe Gut aber nach wie vor ohne Einschränkungen aus den Hähnen.

(TN)