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St. Moritz will einen Image-Wandel
Der Zürcher Christian Jott Jenny ist seit über 200 Tagen Gemeinde-Präsident von St. Moritz. Nun will er den Bündner Nobelort vom «Schönen und Reichen»-Image lösen. St. Moritz soll ein Ort für Kunst und Kultur werden. Seit Jenny im Amt ist, habe sich der Grundgroove etwas verändert: So ist der Zürcher nicht nur mit den meisten Mitarbeitern per Du, es wird auch nicht mehr so viel gejammert. «Man sagt wieder ‚St. Moritz ist cool’. Ich spüre, dass die allgemeine Stimmung wieder auf die positive Seite kippt. Das ist ein gutes Gefühl», sagt der 40-jährige gegenüber «nau.ch».
Seine erste Amtshandlung war übrigens die Rückkehr zum alten Retro-Logo mit dem «Sünneli». «Ich habe gespürt, dass das eine sehr emotionale Geschichte ist, die von der Bevölkerung grösstenteils sehr positiv aufgenommen wurde.» Den weltbekannten Slogan St. Moritz «Top oft he World» möchte der Gemeindepräsident aber gerne abschaffen. Denn: «In der heutigen Zeit muss man aufpassen mit solchen Aussagen. Man muss sich das nicht auf die Fahne schreiben.» Es brauche eigentlich gar keinen Slogan – Jenny ist der Meinung, dass St. Moritz alleine für sich sprechen sollte.
Und überhaupt würde er über St. Moritz lieber vom «Hotspot für Kunst und Kultur» als «Ort der Schönen und Reichen» lesen. Es sei eine Tatsache, dass sich die wichtigsten Menschen aus der Kunst- und Kulturszene regelmässig in St. Moritz treffen. Für die Zukunft hat Jenny grosse Pläne: In zehn Jahren soll sein St. Moritz eine freundliche, offene, urbane Bergstadt sein, in der Sachen zugelassen werden, die an anderen Orten nicht möglich wären. Das Seeufer werde dann komplett anders aussehen. Das grösste Potenzial sieht Jenny bei St. Moritz-Bad: «Man muss diesen Ortsteil aufwerten.»