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Die Schäden durch den Tsunami an Sulawesis Norküste sind immens. Bild: twitter / zdf

Indonesien kommt nicht zur Ruhe

Eine Naturkatastrophe hat die viertgrösste indonesische Insel Sulawesi heimgesucht. Bali und die wichtigsten touristischen Orte auf Sulawesi blieben verschont.

Die indonesische Insel Sulawesi (auch Celebes genannt) ist die elftgrösste Insel der Welt und mit 174‘600 Quadratkilometern auch über vier Mal so gross wie die Schweiz. Und seit Freitag von letzter Woche ist ein grosser Teil im Zentrum und Nordwesten der Insel verwüstet.

Zunächst gab es ein Erdbeben der Stärke 7,5 unweit der Stadt Palu, das schon grosse Schäden anrichtete. Kurz darauf kam es zu einem Tsunami, einer Flutwelle, welche noch grösseren Schaden anrichtete. Die Zahl der Todesopfer steigt kontinuierlich; aktuell sind 832 Tote bestätigt, wobei die Opferzahl noch deutlich höher liegen dürfte. Noch immer wird nach Vermissten gesucht, während die Region noch von Nachbeben heimgesucht wird. Die Stadt Palu mit immerhin 350‘000 Einwohnern liegt völlig in Ruinen; laut indonesischen Angaben dürften rund 1,2 Millionen Menschen von der Naturkatastrophe direkt betroffen sein.

Sulawesi wird im Vergleich zu Bali oder auch Java vergleichsweise wenig von Touristen besucht. Bekannt ist die Insel vor allem bei Tauchern; insbesondere der Ort Manado im äussersten Nordosten der Insel ist bei Tauchfans bekannt. So dürften inmitten dieser riesigen menschlichen Tragödie relativ wenige Touristen betroffen sein. Wie die lokale Incoming-Agentur Asian Trails Indonesia bekannt gibt, wurden weder Manado noch andere Orte touristischen Interesses auf Sulawesi wie etwa Makassar, Tana Toraja oder der Bunaken Marine Park in Mitleidenschaft gezogen. Auch die Flughäfen in diesen weit von Palu entfernten Gegenden seien operativ; sämtliche Touren werden wie gehabt durchgeführt. Da Bali von Palu aus rund 1000 Kilometer entfernt liege, wurde dort auch nichts gespürt und der Alltag verlaufe auf Bali völlig normal.

Wer in den kommenden Wochen nach Sulawesi reist, sollte sich aber unbedingt mit dem Reiseveranstalter oder Reisebüro in Verbindung setzen; vor Ort kann man sich an das Schweizer Konsulat in Makassar wenden.

Aktuell laufen Diskussionen darüber, ob das Ausmass der Katastrophe hätte verringert werden können. Neusten Informationen zufolge sei fünf Minuten nach dem Erdbeben eine Tsunami-Warnung erfolgt. Die Frage bleibt, ob und wie diese Meldungen an die Bevölkerung gelangen. Inzwischen hat Indonesien auch um internationale Hilfe ersucht. Grosse Hilfswerke rufen bereits zu Spendenaktionen auf.

Indonesien hat in jüngster Zeit immer wieder mit Naturkatastrophen zu kämpfen, welche natürlich auch dem Tourismus zusetzen - etwa der Ausbruch des Vulkans Gunung Agung oder ein Erdbeben auf der Insel Lombok vor einem Monat.

Ein Drohnenvideo zeigt das immense Ausmass der Schäden auf Sulawesi:

(JCR)