Trips & Travellers
«Ich checke als Erstes, ob sich die Fenster öffnen lassen»
Gang- oder Fensterplatz im Zug?
Fensterplatz! Gerade auf längeren internationalen Bahnreisen ist es faszinierend, die sich ständig verändernden Landschaften zu beobachten. Die Unterschiede zwischen ländlichen Regionen und grossen europäischen Städten werden nirgends so eindrucksvoll sichtbar wie auf einer Bahnreise mit mehreren Zwischenhalten. Jede Strecke erzählt ihre eigene Geschichte und macht die Reise selbst zu einem Teil des Erlebnisses.
Welcher Ferienort wird unterschätzt?
Turin. Die Stadt galt lange Zeit als reine Industriemetropole – ein Bild, das ihr heute längst nicht mehr gerecht wird. Die piemontesische Hauptstadt begeistert mit ihrer barocken Eleganz, den imposanten Boulevards und einem Flair, das stellenweise an Paris erinnert. Als Schweizer schätze ich besonders das beeindruckende Alpenpanorama, das die Stadt umgibt. Zudem ist Turin mit dem Zug aus der Schweiz in kurzer Zeit und sehr bequem erreichbar. Und als Fussballfan bietet die Stadt einen zusätzlichen Reiz: Mit Juventus und dem FC Turin sind gleich zwei traditionsreiche Serie-A-Klubs dort zu Hause.
Was ist dein Ritual vor dem Einsteigen in den Zug?
Ich versuche immer, den Standort meines Wagens möglichst genau zu antizipieren, damit ich direkt bei der richtigen Tür stehe. So sichere ich mir den besten Platz – zum Arbeiten, Jassen oder einfach, um die Landschaft zu geniessen. Bei internationalen Reisen natürlich ganz entspannt mit Sitzplatzreservation.
Welcher Song gehört zwingend auf deine Ferien-Playlist?
Ich habe die Hoheit über die Playlist an längst an meine Kinder verloren. Gefühlt, Lo und Leduc featuring Bibi Blocksberg.
Was machst du als Erstes, wenn du ins Hotelzimmer kommst?
Ich checke, ob sich die Fenster öffnen lassen. Wieso weiss ich eigentlich selbst nicht genau.
Welches Land hat dich kulinarisch am meisten überrascht?
Marokko war in dieser Hinsicht ein echtes Highlight. Die vielen verschiedenen Varianten der Tajine sind grossartig, und auch der traditionell servierte Minztee war unglaublich fein – wobei dies vermutlich auch an den grosszügigen Portionen Zucker lag.
Wenn du ab morgen zwei Wochen Ferien hättest – wohin würdest du reisen?
Ins französische Baskenland. Die Region bietet eine einzigartige Mischung aus beeindruckenden Landschaften, weitläufigen Stränden, tollen Wellen und genügend Platz, um auch in der Hochsaison noch entspannte Ecken zu finden.
Hast du schon einmal das Hotelzimmer gewechselt – und warum?
An einen Hotelzimmer-Wechsel kann ich mich ehrlich gesagt nicht erinnern. Das Zugabteil habe ich hingegen schon öfters gewechselt.
Mit wem würdest du gerne einmal verreisen – tot oder lebendig?
Mit Markus Lanz – das meine ich ernst. Seine ungeschminkten Reisereportagen über unterschiedlichste Regionen dieser Welt finde ich faszinierend und sehr gut gemacht. Auch die fotografische Dokumentation seiner Reisen beeindruckt mich immer wieder. Besonders beeindruckend finde ich zudem seine akribische Vorbereitung auf die unterschiedlichsten Themen. In seinen Gesprächen und Moderationen gelingt es ihm regelmässig, spannende Einblicke von seinen Gästen zu erhalten. Er fragt gezielt und hartnäckig nach, ohne dabei respektlos zu wirken. Diese Fähigkeiten und Herangehensweisen finde ich sowohl im beruflichen als auch im privaten Umfeld äusserst spannend und inspirierend. Wobei: Vielleicht müsste es gar keine lange Reise sein. Ein Tagesausflug mit Markus Lanz würde vermutlich schon reichen. Dafür erhalte ich noch ein zusätzliches Wochenende mit meinem Fussball-Jugendidol Zinédine Zidane.
Welche 3 Dinge im Gepäck dürfen auf keiner Reise fehlen?
Handy, Algifor und ein Fussball.
Wohin würdest du nie mehr reisen – und warum?
Ehrlich gesagt gibt es keine Destination, die ich nie mehr bereisen würde. Ich habe auf meinen Reisen bisher keine wirklich schlechten Erfahrungen gemacht, die zu einem solchen Urteil führen würden. In den letzten Jahren haben wir als Familie – auch wegen unserer kleinen Kinder – unseren Ferienradius etwas verkleinert. Anfangs war ich etwas skeptisch, weil Fernreisen für mich oft zu den absoluten Highlights gehörten. Mittlerweile habe ich aber festgestellt, dass auch die Reisemöglichkeiten in der Schweiz und im angrenzenden Ausland unglaublich vielfältig und attraktiv sind. Es ist ein Privileg, in Europa zu leben und so viele schöne Orte innerhalb weniger Stunden Reisezeit entdecken zu können.