Trips & Travellers

Claudio Cesarano, CEO der Media Touristik AG und Mitglied der Geschäftsleitung der Globetrotter Group, spricht im «Travel News Talk» über seinen Karriereweg und die grossen Herausforderungen im Sprachreise-Geschäft. Bild: TN

Claudio Cesarano: «Die Hauptstadt von Ungarn wurde mir zum Verhängnis»

Eine falsche Antwort, eine verpasste Lehrstelle und ein grosses Versprechen an sich selbst: Claudio Cesarano liess sich von einer Niederlage nicht entmutigen. Im «Travel News Talk» erzählt er, wie ihn dieser Rückschlag bis an die Spitze der Schweizer Reisebranche führte.

Claudio Cesarano ist als Sohn einer Niederländerin und eines Italieners in Luzern dreisprachig aufgewachsen. Ferien bedeuteten für die Familie Jahr für Jahr dasselbe: Die Eltern packten eine Matratze ins Auto, und die Reise führte nach Neapel. «Wir konnten ans Meer, das war für mich ein grosses Privileg», erinnert sich Cesarano in der neusten Ausgabe des «Travel News Talk». Viele seiner Schulfreunde hätten diese Möglichkeit damals nicht gehabt.

Schon früh stand für ihn fest, dass er in die Reisebranche wollte. Sein Traum war eine Lehrstelle bei Ito Reisen in Luzern. Im Bewerbungsverfahren schaffte er es bis in die letzte Runde. Aber dann scheiterte er an einer einzigen Frage.

«Die Hauptstadt von Ungarn wurde mir zum Verhängnis», erzählt Cesarano und erinnert sich daran, als wäre es gestern gewesen. Ihm war entfallen, dass Budapest die richtige Antwort gewesen wäre. «Die Absage hat mich dermassen getriggert, dass ich mir sagte: Eines Tages komme ich in die Reisebranche und arbeite mich bis ganz nach oben. Denen zeige ich es.»

Vom Reiseleiter zum CEO

Zunächst führte ihn sein Weg allerdings in eine andere Richtung. Nach einer KV-Lehre in einer Autogarage und einer Zwischenstation auf der Einwohnerkontrolle absolvierte Cesarano bei der SBB in Olten die damalige Reisebüro-Ausbildung.

Sein nächstes Ziel hiess Barcelona. Er bewarb sich als Reiseleiter bei Escolette und hoffte auf einen Einsatz in der Partyhochburg Lloret de Mar. Reiseleiter wurde er tatsächlich. Allerdings nicht an der Costa Brava, sondern auf Rhodos. «Ich wusste zuerst nicht einmal, wo das genau liegt. Nur, dass es nicht in Spanien ist.»

Es folgten weitere Einsätze, unter anderem in Österreich, Portugal und auf den Malediven. Nach drei Jahren kehrte Cesarano in die Schweiz zurück und absolvierte die Ausbildung zum Betriebsökonomen HWV. Anschliessend arbeitete er fünf Jahre bei Smeraldo Tours, ehe er im Jahr 2000 zu Globo Study Sprachreisen wechselte, dem heutigen Linguista. Dort ist er über all die Jahre geblieben.

2015 übernahm er parallel dazu die Leitung der Media Touristik AG als CEO. Seit 2021 gehört er zudem der Geschäftsleitung der Globetrotter Group an. Was hält ihn seit mehr als einem Vierteljahrhundert im selben Unternehmen? «Die Abwechslung und die Menschen», sagt Cesarano. «Und: Die Reisebranche ist und bleibt eine coole Branche.»

Im Podcast spricht er zudem darüber, weshalb das Geschäft mit Sprachreisen derzeit unter Druck steht, wie stark die Unternehmen der Globetrotter Group die Folgen des Iran-Kriegs spüren und wann ihm bewusst wurde, dass sich mit seiner offenen Art im Umgang mit Menschen gutes Geld verdienen lässt.

(RSU)