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Wer an Italiens öffentlichen Stränden schon am Vorabend einen Platz markiert, muss damit rechnen, dass Polizei und Küstenwache die Ausrüstung entfernen. Bild: Adobe Stock

Italienische Polizei räumt reservierte Strandplätze im Morgengrauen

Öffentliche Strände sind für alle da. In Italien versuchen allerdings viele Badegäste, sich ihren Lieblingsplatz schon am Vorabend zu sichern. Dagegen gehen die Behörden nun mit Kontrollen, Beschlagnahmungen und empfindlichen Bussen vor.

Den Sonnenschirm bereits am Vorabend am Strand aufstellen, um sich am nächsten Morgen den besten Platz zu sichern? In Italien kann das teuer werden. In der süditalienischen Region Apulien haben Polizei und Küstenwache am Mittwoch (5. August 2026) im Morgengrauen zahlreiche unbeaufsichtigt zurückgelassene Sonnenschirme und Liegen beschlagnahmt. Zwei Personen, die ihre Ausrüstung zurückholen wollten, erhielten zudem Bussen von je 400 Euro (umgerechnet gut 370 Franken), wie der «Standard» schreibt.

Die Aktion fand am freien Strand von Lido Marini statt und richtete sich gegen eine in Italien weit verbreitete Unsitte: das nächtliche Reservieren von Strandplätzen. Nach den geltenden Gemeindevorschriften dürfen Sonnenschirme und Liegen auf öffentlichen Stränden nur während der tatsächlichen Nutzung aufgestellt werden. Ziel ist es, die frei zugänglichen Strandabschnitte allen Badegästen offenzuhalten.

Ähnliche Kontrollen gab es auch in Ligurien. Am Strand von Riva Trigoso bei Genua entfernten Einsatzkräfte Handtücher, Sonnenschirme und weitere zurückgelassene Strandutensilien. Die Behörden kündigten an, auch künftig konsequent gegen unerlaubte Reservierungen vorzugehen.

Das Thema sorgt in Italien seit Jahren für Diskussionen. Einerseits werden freie Strandabschnitte zugunsten kostenpflichtiger Strandbäder immer seltener. Andererseits versuchen viele Feriengäste, sich die wenigen kostenlosen Plätze schon vor Sonnenaufgang – oder sogar am Vorabend – zu sichern.

(TN)