Trips & Travellers

René Loosli führt sein Reisebüro mit 75 Jahren noch immer am gleichen Standort wie bei seinem Start 1977. Bild: TN

René Loosli: «Warum soll ich etwas aufgeben, das mir so viel Spass macht?»

Mit 75 Jahren denkt René Loosli noch lange nicht ans Aufhören und führt sein Reisebüro im Berner Mattenhof-Quartier bereits im 50. Jahr. Im «Travel News Talk» spricht er über seinen ungeplanten Einstieg in die Branche, Zusatzaufwand in Krisenzeiten und die Frage, warum er noch immer jeden Tag ins Büro geht.

75 – und noch kein bisschen müde: René Loosli führt sein Reisebüro im Berner Mattenhof-Quartier inzwischen im 50. Jahr. Und das immer noch am gleichen Standort, an dem alles begann. Im selben Gebäude, in dem er 1977 ungeplant in die Reisebranche rutschte.

Denn eigentlich hatte Loosli ganz andere Pläne. Nach der Offiziersschule wollte er Tiermedizin studieren. Doch dann kam alles anders: Sein Vater, der das Reisebüro führte, starb überraschend. Die Familie drängte den jungen Loosli, den Betrieb weiterzuführen. «Dabei hatte ich doch keine Ahnung von diesem Geschäft», sagt er in der aktuellen Ausgabe des «Travel News Talk».

Also holte er auf, was ihm fehlte: zuerst mit einer verkürzten Banklehre, später mit der Schweizerischen Fachschule für Touristik. Aus dem unfreiwilligen Einstieg wurde eine jahrzehntelange Karriere und aus dem jungen Quereinsteiger eine feste Grösse der Schweizer Reisebranche.

Mit 75 noch mitten im Geschehen

Loosli übernahm bald einmal Verantwortung über das eigene Büro hinaus. Von 1991 bis 2003 sass er im Vorstand des Schweizer Reise-Verbands (SRV), heute ist er Ehrenmitglied. In aktuelle Branchendebatten mischt er sich nach eigenen Worten eher ungern ein.

Ganz schweigen konnte er diesen Frühling aber nicht. Nach dem Ausbruch des Iran-Kriegs und dem enormen Zusatzaufwand in den Reisebüros brachte er die Idee einer Kostenregelung aufs Tapet. Aus seiner Sicht sollte ein entsprechender Passus in die Vertragsbedingungen aufgenommen werden. Sein Vergleich: «Wenn ich am Sonntag einen Wasserschaden habe, kann ich den Sanitär schon anrufen, aber dann bezahle ich auch einen Wochenendzuschlag.»

Und warum arbeitet er mit 75 immer noch voll? Vielleicht habe er es verpasst, rechtzeitig einen Nachfolger aufzubauen, sagt Loosli offen. Gleichzeitig stellt er die Gegenfrage: «Warum soll ich etwas aufgeben, das mir so viel Spass macht?» Er hänge an seinem Büro und loszulassen falle ihm nicht leicht.

Im Podcast erzählt René Loosli ausserdem, wie sein Umfeld darauf reagiert, dass er noch immer voll arbeitet, wie hoch eine Entschädigung für ausserordentlichen Zusatzaufwand aus seiner Sicht ausfallen sollte und worauf er nach fast 50 Jahren Loosli Reisen besonders stolz ist.

(RSU)