Trips & Travellers

Blick über den Grand Canyon am South Rim – eines der markantesten Landschaftsbilder Arizonas. Alle Bilder: Go2travel

Unterwegs im «Grand Canyon State»: Zwischen Route 66 und Red Rocks

Robin Engel

Die erste Go2travel-Studienreise 2026 führte zehn Reiseprofis ins Herz des Bundesstaats Arizona. Entlang der Route jagte ein Highlight das nächste und zeigte, dass die Region weit mehr zu bieten hat als nur den Grand Canyon.

Was wurde die letzten Wochen und Monate nicht alles über die USA berichtet. Oftmals stand das ach so schöne Reiseland sich argem Gegenwind ausgesetzt – in den meisten Fällen hausgemachten Ursprungs. Verständlicherweise schwand die Nachfrage nach Amerika-Reisen entsprechend. Was aber lernt man im Wirtschaftsunterricht in der 1. Lektion? Kaufen bzw. investieren, wenn die Nachfrage gering ist und die Kurse am Boden sind.

Getreu diesem Grundsatz hat sich eine Gruppe Reisebüromitarbeitende nach Nordamerika aufgemacht zur ersten von zwei go2travel Studienreisen dieses Jahr. Ziel war der «Grand Canyon State» Arizona mit Start und Endpunkt in Las Vegas.

Auf dem Hinflug stand bereits ein erstes Highlight an. Die Gruppe hatte das Vergnügen mit einem der «neuen» A350 der Edelweiss Air in die «Sin City» zu fliegen. Ein überaus gemütliches Unterfangen mit hervorragendem Service.

Überraschenderweise und entgegen allen Erwartungen und Prognosen war dieser dann fast bis auf den letzten Platz ausgebucht. Sprachen doch zahlreiche Medienberichte und kürzliche Flugstreichungen eine ganz andere Sprache. Ob hier die Streikorgie innerhalb der LHG eine Rolle gespielt hat? Ein Schelm, wer Böses vermutet…

100 Jahre Route 66

Angekommen in Las Vegas wurden wir jedoch von einer riesigen Schlange bei der Immigration erwartet. Wohl waren auch die Grenzbeamten vom übermässigen Ansturm an Besuchern überrascht, zumal zur gleichen Zeit auch noch (gutgefüllte) Maschinen aus Asien und Mittelamerika landeten. Dies sollte jedoch die Ausnahme an langen Wartezeiten bilden.

Nach Übernahme der Mietwagen ging es am selben Abend noch weiter nach Kingman, dem Gateway zur Route 66. Diese stand dann am nächsten Tag auch im Scheinwerferlicht. Feiert sie schliesslich dieses Jahr ihren stolzen 100-jährigen Geburtstag.

Der Hackberry General Store an der Route 66.

Mit Stopps beim Hackberry General Store und im kultigen Seligman, wo wir zufälligerweise Angel Delgadillo den Gründer der «Historic Route 66 Association of Arizona» trafen, ging es auf der «Old Route 66» zum Lunch ins Cowboy-Städtchen Williams. A apropos Geburtstag, Angel Delgadillo – der «Father of the Mother Road» – feierte exakt an diesem Tag seinen 99-jährigen Geburtstag und ist somit nur 1 Jahr jünger als die Route 66 selbst!

Am Nachmittag durften wir Einblick bei Under Canvas nehmen. Die Zeltunterkünfte im Glamping-Stil erfreuen sich seit geraumer Zeit einer äusserts grossen Beliebtheit und sind inzwischen in den ganzen USA weitverbreitet. Neben dem Standort beim Grand Canyon gibt es gut über ein Dutzend weitere Locations.

Endloses Staunen

Für den nächsten Morgen stand mit dem Helikopterrundflug durch den Grand Canyon Nationalpark ein weiteres Highlight auf dem Programm. Nach zahlreichen «Oh’s», «Wow’s» und sprachlosem Staunen, durfte neben dem Blick aus der Vogelperspektive natürlich auch die Erkundung der diversen Aussichtspunkte auf dem Landweg nicht fehlen.

Vom South Rim ging es via East Rim in Richtung Page, wo bereits die nächsten Höhepunkte warteten. Obwohl man meinte, es könne fast nicht mehr besser kommen, so durften wir den eindrucksvollen Antelope Canyon praktisch alleine ohne grosse Menschenmassen geniessen, was doch eher unüblich ist. Gleiches konnten wir vom Horseshoe Bend leider nicht behaupten. Der Ausblick aber ist und bleibt magisch, auch wenn es längst kein Geheimtipp mehr ist.

Der beeindruckende Talmäander ‭«Horseshoe Bend» zieht täglich tausende Besucher an.

In die Kategorie Geheimtipp fallen jedoch die nächsten beiden Stopps, welche die Gruppe zum Wupatki- und Sunset Crater Volcano National Monument führte. Vorbei an trockener Steinwüste, ging es über steppenartiges Gelände schliesslich bis nach Flagstaff. Die Universitätsstadt befindet sich – umgeben vom San Francisco Peaks Gebirgszug – auf dem Colorado Plateau und liegt auf über 2000 Meter über Meer.

Da kann es einem auch ohne Besuch einer der zahlreichen Craft Breweries vor Ort den Atem verschlagen. Flagstaff bildet ein weiteres Herzstück der Route 66 und wurde thematisch passend mittels Walking Tour erkundet. Übrigens, Arizona verfügt mit knapp 160 Meilen über das längste ununterbrochene Stück der originalen Route 66.

Auf dem Sugarloaf-Gipfel, von links: Daniela Pohl (Passage Reisen), Roman Müller (Twerenbold), Olivia Bättig (go2travel), Robin Engel (go2travel), Mary Hodel (TUI Arbon), Monika Schoop (go2travel), Yvonne Suter (travel worldwide), Saskia Bassani (Zerzuben Touristik), Vanessa Glesti (WK/LX) und Kerstin Schindler (Ozeania Reisen).

Durch den Oak Creek Canyon ging es südlich weiter nach Sedona mitten ins Herz der «Red Rocks». Nach gut einer Stunde Fahrt hat sich die Landschaft diametral verändert und die Umgebung wurde durch imposante Felsformationen mit Namen wie «Cathedral Rock», «Thunder Mountain», «Courthouse Butte» und «Sugarloaf Mountain» dominiert. Letzterer war bei uns Trumpf. Zu Fuss ging es auf dem «Teacup Trail» mit majestätischer Aussicht auf den «Coffee Pot Rock» zum Gipfel des «Sugarloaf Mountains». Der anschliessende «Prickly Pear Margarita» war dann mehr als verdient. Doch mehr dazu später.

Unterwegs im Kakteen-Staat

Bevor es jedoch am nächsten Morgen weiter in Richtung Süden nach Scottsdale ging, stand ein letztes Hurra mit den «Red Rocks» auf dem Programm. Auf einer Jeep Tour über doch sehr holpriges Terrain gab es nochmals letzte Ausblicke auf die beeindruckenden Felsformationen. Auch wenn sich hierbei wohl der eine oder andere Drink des Vorabends bemerkbar gemacht haben dürfte.

Die Landschaft in Sedona versetzt die Gruppe ins Staunen.

Auf indirektem Wege und immer auf der Suche nach weiteren Geheimtipps ging es nicht auf dem Interstate Highway in Richtung Phoenix/Scottsdale, sondern es wurden Stopps beim ehemaligen Goldgräber- und Kupferminen Städtchen Jerome sowie in Prescott und beim Watson Lake eingelegt. Dieser ist mit seinen mächtigen Granitfelsen – auch «Granite Dells» genannt – ein wunderschöner Kontrast und idealer Ort sich auf der langen Fahrt nochmals etwas die Beine zu vertreten.

Der «Prickley Pear Margarita» – gewonnen aus Kaktusfeigen – war dann das perfekte Stichwort für Scottsdale. Für den letzten Teil der Studienreise änderte sich die Landschaft abermals komplett. Geprägt von Kakteen (oder im Volksmund auch bekannt als «Kaktüsse») durfte ein kleiner Hike durch das McDowell Preserve natürlich nicht fehlen.

Beim Halt am Watson Lake zeigt sich eine von markanten Granitformationen geprägte Landschaft.

Vorbei an gigantischen Saguaro-, Barrel-, und Cholla-Kakteen wurde Energie für den Abschluss in Scottsdale getankt. Dieser bildete ein Rundgang durch den überaus charmanten «Historic Old Town» sowie den «Entertainment District», welcher gut und gern auch als Partyviertel bezeichnet werden darf. Wer es etwas ruhiger mag, entspannt in einem der vielen luxuriösen Golf-Resorts, welche sich als ideale Ergänzung rund um die Stadt befinden.

Las Vegas zum Abschluss

Der letzte Tag Stand ganz im Fokus der Glückspielmetropole Las Vegas. Auch wenn sich diese mittlerweile längst nicht mehr nur über Einarmige-Banditen profiliert, sondern auch eine echte Sport-, Event- und Shopping-Destination wurde. Nachdem man gemeinsam auf dem «High Roller» einen wunderbaren Überblick des Las Vegas Strips erhaschen konnte, trennte sich die Gruppe anschliessend.

Die einen investierten die letzten Dollars in Klamotten, andere versuchten ihr Glück beim Roulette oder Black Jack. Eines jedoch haben alle gemeinsam und zwar die vielen gesammelten Eindrücke dieses so facettenreichen Bundesstaates, welcher weit mehr ist als nur der «Grand Canyon State».

Diese Mietwagenrundreise entstand in Zusammenarbeit mit dem Arizona Office of Tourism und Edelweiss und orientiert sich an der Route «Canyons, Pueblos & Deserts».