On The Move
Die schönsten Strände für lange Spaziergänge
Sabine MetzgerWeicher Sand an den Füssen, die Sonne im Gesicht und salzige Seeluft in der Nase: Strandwandern ist für viele die schönste Art, Ferien am Meer zu geniessen. Für viele beginnt im Herbst die beste Zeit für ausgiebige Spaziergänge am Meer. An diesen sieben Stränden rund ums Mittelmeer sowie an Nord- und Ostsee kann man besonders weit laufen und Energie tanken für die langen Wintermonate.
Spiekeroog, Deutschland: Sandkiste an der Nordsee
Lärmenden Verkehr und Hektik sucht man auf der autofreien ostfriesischen Insel Spiekeroog vergebens. Stattdessen bestimmen das Rauschen der Wellen, das Kreischen der Möwen und der frische Nordseewind die Geräuschkulisse. Und weil man auf einer Insel ist, landet jeder Ausflug irgendwann am Strand: einem 15 Kilometer langen Paradies aus feinstem, weissem Sand und so breit, dass man selbst im Sommer für sich sein kann.
Als Umkleidekabinen dienen historische Badekarren, die ein ganz besonderes Flair längst vergangener Zeiten verbreiten. Romantisches Flair haben auch die Strandspaziergänge, wenn die Sonne direkt im Meer versinkt und dann zu späterer Stunde die Sterne am Himmel funkeln. Spiekeroog ist nämlich anerkannte Sterneninsel, die Sterne sind hier so zahlreich zu sehen, wie fast an keinem anderen Ort in Deutschland.
Leba, Polen: Sahara an der Ostsee
An Polens Ostseeküste fühlt man sich beim Strandwandern angesichts der faszinierenden Wanderdünen in die Sahara versetzt. Von der Sonne gebleicht und vom Wind getrieben, wandern die manchmal 40 Meter hohen Dünen bis zu zwölf Meter pro Jahr und «verschlucken» den Wald. Nach Jahren geben sie die Bäume wieder frei – als kahle, bizarr geformte Baumstümpfe. Sie sind Teil des Slowinzischen Nationalparks, Slowinski Park Narodowy, der als Welt-Biosphärenreservat unter dem Schutz der Unesco steht.
Vom höchsten Dünengipfel aus blickt man auf die Wellen der Ostsee. Etwa fünf Kilometer östlich schimmert einer Fata Morgana gleich die Silhouette des Fischerdörfchens Leba, ein malerisches Ostseedörfchen und idealer Standort für Strandläufer. Von hier aus startet einer der schönsten Wanderwege, der rund 35 Kilometer lange Küstenwanderweg von Leba in den kleinen Ort Rowy.
Caorle, Italien: Sandstrand-Duo an der Adria
Zweifellos, die italienische Adriaküste ist ein wahres Dorado für alle Strandwanderer. So lockt beispielsweise das romantische Fischerörtchen Caorle, auch «Klein-Venedig» genannt, mit einem kilometerlangen Strand-Duo und endlos viel Sand zum Joggen oder Schlendern: die etwas schmalere Spiaggia di Ponente und die bis zu 300 Meter breite Spiaggia di Levante. Dort, wo Familien mit Kindern in der Hochsaison genügend Baumaterial für rekordverdächtige Sandburgen finden oder sich auf den künstlichen schwimmenden Meeresinseln austoben, ist im Herbst viel Platz für ausgiebige Spaziergänge am Strand.
Zlatni Rat, Kroatien: Heimat des Goldenen Horns
Die drittgrösste kroatische Insel Brac hat mit Zlatni Rat, einen der bekanntesten Strände Europas. Wie ein Speer ragt die berühmte Landmarke rund 500 Meter ins Meer. In ihrer Mitte befindet sich ein schattiger Pinienwald. Faszinierend: Die Spitze des Strandes zeigt mal nach Westen, mal nach Osten, je nachdem wie die Meeresströmungen und Winde diese verändern. Der wunderschöne Kieselstrand ziert so manche Postkarte.
Im Hochsommer ist er bei Familien und Sonnenanbetern sehr beliebt. Strandläufer überzeugen sich am besten in der Nachsaison davon, warum der Strand auch «Goldenes Horn» genannt wird.
Elafonisi, Kreta: Inselwandern mit Karibikflair
Der Strand von Elafonisi – eigentlich ist das der Name der vorgelagerten Insel – an der Südwestspitze Kretas ist ein weitläufiger Traum aus weissem und rosa Sand, glasklarem Wasser und einer ursprünglichen Dünenlandschaft. Man kann hunderte Meter weit ins türkisblaue Wasser der Lagune laufen.
Der von kleinen Muschelteilchen rosa gefärbte Sand ist puderzuckerweich. Im Hochsommer tummeln sich dort Sonnenanbeter, in der Nachsaison ist entspanntes Chillen angesagt. Und dank angenehmer Temperaturen macht das Strandwandern zum Leuchtturm und zur Kapelle Agia Irini am westlichen Ende noch mehr Spass.
Patara, Türkei: Strandvergnügen beim Nikolaus
Patara an der türkischen Südwestküste ist nicht nur einer der schönsten und längsten Strände der Türkei, sondern auch einer der wenigen Küstenabschnitte, die unverbaut und naturbelassen sind. Ein Traumstrand mit Traummassen: 18 Kilometer lang und bis zu einem halben Kilometer breit. Im Hintergrund ragen die Ausläufer des Taurusgebirges in den Himmel. Das weitläufige Dünengelände ist ein Naturschutzgebiet.
Nach Einbruch der Dunkelheit gehört der Strand den geschützten Caretta-Meeresschildkröten, die ihre Eier seit ewigen Zeiten im Sand der Dünen ablegen. In Strandnähe lädt das antike Patara ein. Um 280 nach Christus wurde dort der heilige Sankt Nikolaus geboren.
Playa de la Concha, Spanien: Strandlauf mit Stadtanschluss
Kann ein Strand, der an eine 180'000-Einwohner-Stadt grenzt, tatsächlich so schön sein? Die Playa de la Concha in der spanischen Stadt San Sebastián im Baskenland kann es. Die Kulisse mit der vorgelagerten Insel Santa Clara und den beiden Hausbergen links und rechts ist malerisch. Die Halbkreisform sorgt für sanfte Wellen.
Auch die Masse von 1,35 Kilometern Länge und 40 Metern Breite sind für einen Stadtstrand ziemlich beachtlich und ideal für einen ausgiebigen Spaziergang am Strand oder entlang der angrenzenden Flanier- und Joggingmeile Paseo de Concha. Wer jedoch Einsamkeit sucht, ist hier definitiv fehl am Platz.