Here & There

Heftige Regenfälle haben auf Kreta Strassen in reissende Bäche verwandelt und für Überschwemmungen gesorgt. Bild: Screenshot YouTube / Skai

Überflutungen auf Kreta fordern Todesopfer

Extremer Mittelmeerregen trifft Kreta mit voller Wucht: Seit Mittwochabend sorgen aussergewöhnlich heftige Niederschläge für Überschwemmungen. Auch Teile Frankreichs und Spaniens kämpfen mit starken Regenfällen.

Kurz vor den Herbstferien, einer der wichtigsten Reisezeiten des Jahres auf Kreta, wird die griechische Insel von Starkregen getroffen. Wie griechische Medien berichten, begannen die Regenfälle am Mittwochabend und hielten vorerst bis am Donnerstagnachmittag an.

Besonders schwer getroffen wurde das Bergland um Mylopotamos, wo bis zu 360 Liter Regen pro Quadratmeter innerhalb zweier Tage gemessen wurden. Die Wassermassen überfluteten Häuser, verwandelten Strassen in reissende Bäche und richteten erhebliche Schäden an.

Vom Unwetter betroffen sind auch touristische Gebiete wie Heraklion, Rethymno, Chersonissos und Sitia sowie die bei Besuchenden beliebte Lasithi-Hochebene. Letztere meldete am Donnerstagmorgen 174 Liter Regen pro Quadratmeter, Überschwemmungen, Erdrutsche und Felsstürze.

Heraklion meldete Überflutungen und Stromausfälle. Besonders tragisch waren die Folgen in der Region Rethymno: Dort kam laut griechischen Medien ein Hirte in den Fluten ums Leben.

Weitere Regenfälle übers Wochenende

Die Feuerwehr ist im Dauereinsatz: Hunderte Notrufe gingen ein und mehr als ein Dutzend Menschen mussten in Sicherheit gebracht werden. Noch sind die Regenfälle nicht vorbei: Nachdem der Regen gestern Donnerstag (1. Oktober 2026) gegen Abend nachgelassen hatte, werden für Freitagabend weitere heftige Regenfälle prognostiziert. Der Regen soll noch bis und mit Sonntag anhalten.

Für Reisende auf Kreta heisst das: die Warnungen des griechischen Zivilschutzes und des Wetterdienstes EMY verfolgen und die Anweisungen beachten. Bei Starkregen sollten keine unnötigen Fahrten unternommen und keine überfluteten Strassen oder anderen Wasserläufe überquert werden.

Auswirkungen hat das Wetter nicht nur auf der Insel, sondern auch auf dem Wasser: Im Ägäischen Meer herrschen stürmische Winde von 62 bis 88 km/h, die den Schiffsverkehr auf dem Wasser beeinträchtigen können. Wie der griechische Rundfunk «ERTNews» berichtet, blieben am Freitagmorgen die meisten Fähren in den Häfen.

Auch andere Teile Europas betroffen

Der heftige Regen traf auch andere Teile des Mittelmeers. Die spanische Metropole Barcelona aktivierte zeitweise den Hochwasser-Notfallplan. Die grösste Unwettergefahr hat sich aber mittlerweile Richtung Süden in Richtung der Provinz Tarragona und des Ebro-Delta verlagert.

Dort wurde am Freitagmorgen mit mehr als 90 Liter Regen pro Quadratmeter innerhalb von drei Stunden gerechnet. Besonders im Fokus stehen Baix Ebre, Montsià, Ribera d’Ebre, Baix Camp und Terra Alta. Die katalonischen Behörden weisen darauf hin, dass man sich unbedingt von Wasserläufen und Gefahrengebieten fernhalten soll. Die kritische Phase soll bis heute Freitag, um 14 Uhr, aber wieder vorbei sein.

In Südfrankreich ist die akute Hochwasserlage weitgehend abgeklungen. Der aussergewöhnlich heftige Mittelmeerregen vom Mittwoch ist laut Météo-France vorüber. Betroffen von Überschwemmungen war insbesondere die Stadt Montpellier. Dort mussten der öffentliche Verkehr teilweise eingestellt und Campingplätze evakuiert werden.

(TN)