Trips & Travellers

Edna Bohnert erzählt im «Travel News Talk» von ihrer faszinierenden, 20'000 Kilometer langen Bahnreise nach Laos. Bild: TN

Edna Bohnert: «Stundenlang Schnee, Birken und Nichts»

Mit dem Zug von der Schweiz nach Laos: Edna Bohnert beantwortet im «Travel News Talk» alle Fragen zu dieser epischen Bahnreise, schwärmt von der Stille Sibiriens und berichtet von brenzligen Grenzkontrollen.

Sie brenne für das Zugfahren, sagt Edna Bohnert im neuen «Travel News Talk». Die Zürcherin reist, wenn immer möglich, am Boden und hat schon etliche internationale Bahnreisen erlebt. Auch beruflich hat es ihr die Bahn angetan: Bei der SBB absolvierte sie einst eine Lehre als Kauffrau öffentlicher Verkehr, arbeitete danach weiter bei der SBB, dann beim Bahnhofreisebüro Wipkingen und später bei der Forchbahn, deren Reisebüro sich auf internationale Bahnstrecken spezialisiert hat.

Nun trat sie im vergangenen Jahr während eines Sabbaticals eine verwegene Zugreise an, die jeden Pendler-Horizont sprengt. Mit ihrem Partner reiste sie von der Schweiz bis nach Laos in Südostasien – via Polen, Estland, Russland, Mongolei, China, Vietnam, Kambodscha und Thailand, in total vier Monaten.

Im Talk beantwortet sie zahlreiche Fragen: Woher kriegt man ein Bahnticket bis nach Laos? Wie schwierig ist der Grenzübertritt nach Russland in Zeiten des Ukraine-Krieges? Wie fühlt sich eine Reise im heutigen Russland an? Wie sieht die Verpflegung aus? Gab es auch brenzlige Situationen?

Bleibende Eindrücke aus Russland

Obwohl die Rückkehr bereits ein Jahr her ist, schildert Edna Bohnert den Trip so lebendig, als sei sie gestern erst ausgestiegen. «An den Bahnhöfen in Russland ist der Krieg allgegenwärtig, etwa auf Rekrutierungsplakaten. Viele Soldaten gehen an Krücken oder haben eingebundene Arme.» Gleichzeitig gehe das Leben normal weiter, «die Leute freuten sich über den Kontakt zu uns, aus Europa kommen sonst kaum noch Touristen, höchstens noch aus dem asiatischen Raum – und die Leute erzählen gerne.»

Wenn man gerne Zug fahre, sei eine Zugreise durch Russland ein Highlight. Man richtet sich gemütlich ein, in Liegeposition zum Ausruhen oder in Sitzposition für ein Spiel oder zum Essen. «Die Landschaft ist lange gleich, Schnee, Birken und Nichts». Dies sorge für eine ungewohnte Ruhe, die man bei uns in Europa so nicht kenne. Diese Reiseart habe sie als sehr schönes Erlebnis in Erinnerung.

Am meisten Respekt hatte sie im Vorfeld vor der sibirischen Kälte, doch dies sei dann kein Problem gewesen bei 24 Grad im Zug. Herausfordernd sei die Ausreise aus Russland gewesen, etwa als alle Bilder und Kontakte kontrolliert wurden und man nie wisse, ob einem noch was angehängt werde. Doch ansonsten sei die Reise durch Russland, die Mongolei und China problemlos erfolgt, wenngleich es beim Billettkauf manchmal zu Wartezeiten gekommen sei. Einzig die wilden Busfahrten in Südostasien habe sie als brenzlig empfunden.

Relaxte, günstige Reiseart

Dass lange Bahnreisen entschleunigend sind und dass diese relaxte Reiseart insgesamt günstig ist, kommt im Talk ebenso zur Sprache. Weniger als 1500 Franken kostete der Bahntrip inklusive den Übernachtungen im Zug bis nach Laos.

Im Talk spricht die Bahnexpertin auch über die Herausforderung, internationale Bahntickets von der Schweiz aus zu beschaffen. Weil jede Bahngesellschaft eigene Vorstellungen vom dynamischen Pricing, von Abos und irgendwelchen Pässen habe, sei der Verkauf internationaler Bahntickets komplizierter als jener von Flugtickets. Aktuell arbeitet sie ausserhalb der Reisebranche, kann sich aber eine Rückkehr sehr gut vorstellen, wenn sich eine geeignete Stelle eröffne.

Wohin eine nächste, weite Bahnreise hinführen könnte, verrät Edna Bohnert im neuen «Travel News Talk» ebenso.

(GWA)