Trips & Travellers
Cyrill Zimmermann: «Irgendwann spürte ich, ich brauche einen Wechsel»
Als Teenager stand Cyrill Zimmermann vor der Wahl: KV bei einer Versicherung oder KV in der Reisebranche. Beides hätte er sich vorstellen können. Den Ausschlag gab schliesslich seine Mutter. Sie riet ihm zum Tourismus. Eine Entscheidung, die Zimmermann bis heute nicht bereut.
Seit 1993 ist er Teil der Schweizer Reisebranche. Früh übernahm er Verantwortung: Mit gerade einmal 25 Jahren wurde er Chef von Passage Reisen in Bassersdorf. Es folgten weitere Stationen, Zusammenschlüsse und Integrationen – unter anderem mit Royal Reisen Wallisellen und Kovats Sportreisen. 2009 war Zimmermann Geschäftsführer und Aktionär von Royal Reisen, als das Unternehmen an Knecht Reisen verkauft wurde.
Danach begann für ihn eine besonders prägende Phase. Als Leiter von Knecht Sportreisen baute er das Geschäft konsequent aus – das Portfolio wuchs stetig. «Wir spielten in der Champions League», sagt der heute 48-jährige Reiseprofi im aktuellen «Travel News Talk». Für ihn war es die ideale Kombination: Beruf und Leidenschaft. Parallel dazu amtete er fast zehn Jahre als Präsident des FC Embrach.
Glücklicher Unternehmer nach einer Auszeit
Doch 2020 zog Zimmermann die Reissleine. «Irgendwann spürte ich, ich brauche einen Wechsel. Es wurde mir alles zu viel», erzählt er. Bevor die Belastung gesundheitliche Folgen haben konnte, nahm er sich bewusst eine Auszeit.
Hinzu kam ein grundlegendes Bedürfnis: Zimmermann fühlte sich stets wohler als Unternehmer denn als Manager in einem grösseren Betrieb. «Ein Manager setzt mit fremdem Geld fremde Entscheidungen um – das war nie meine Welt», sagt er. Er habe lieber selbst Verantwortung getragen, für Fehler wie für Erfolge.
Seit knapp fünf Jahren ist Zimmermann wieder selbständig. Als CEO des Reiseateliers in Bassersdorf führt er ein kleines Team mit vier Mitarbeitenden und hat sich auf Fernreisen spezialisiert. Parallel dazu ist er der Bildungswelt treu geblieben: Seit rund 25 Jahren unterrichtet er als Dozent an der Höheren Fachschule für Tourismus IST in Zürich.
Ganz ohne Herausforderungen verliefen die letzten Jahre auch dort nicht. Viele personelle und inhaltliche Veränderungen prägten die Schule. «Etwas mehr Ruhe würde der IST guttun», sagt Zimmermann deshalb. Gleichzeitig zeigt er sich optimistisch, dass mit der neuen Gesamtschulleiterin Catherine Raemy wieder Stabilität einkehre.
Im Podcast spricht Zimmermann zudem über die erwarteten Auswirkungen der Übernahme von Hotelplan durch Dertour, ordnet das Personalbeben bei seinem früheren Arbeitgeber Knecht Reisen ein und erklärt, was ihm als Führungskraft besonders wichtig ist: ein respektvoller Umgang mit Mitarbeitenden – und Verantwortung, die gelebt wird.