Tourismuswelt

Sunday Press Pöbelnde Passagiere halten Schweizer Airlines auf Trab

Im letzten Jahr waren Swiss, Helvetic Airways und Edelweiss mit so vielen «unruly passengers» wie noch nie konfrontiert. – Die durchgestylten Filialen von Kuoni schrecken gewisse Kunden ab. – Saudi-Arabien ist in Sachen Ferien-Destination auf Kurs. – Konflikt um offene Bürgenstock-Rechnungen.

Die sogenannten unruly passengers finden sich vermehrt auch auf Flügen von Schweizer Airlines, schreibt die «Sonntagszeitung»: 759 Zwischenfälle wurden im letzten Jahr vom Bundesamt für Zivilluftfahrt registriert – so viele wie noch nie. Die Ursachen sind laut Swiss, Helvetic Airways und Edelweiss meist dieselben: Beschimpfungen, Alkohol und Rauchen. Die Helvetic Airways nennt dazu Konflikte wegen des Handgepäcks und das Nichtbefolgen der Anschnallregeln. Bei Edelweiss seien neben dem Rauchen auf Toiletten auch das Konsumieren von selbst mitgebrachtem Alkohol an Bord oder Streitigkeiten unter Passagieren Gründe für Unstimmigkeiten. Mehrere Zehntausend Euro kosten dadurch verursachte ungeplante Zwischenlandungen. Bezahlen muss unter Umständen die pöbelnde Person.

Ferienziel Saudi-Arabien

Das streng islamische Saudi-Arabien führt ab April Touristenvisa ein, wie die «Sonntagszeitung» bezugnehmend auf «mehrere britische Zeitungen» schreibt. Die elektronische Einreiseerlaubnis gelte für 30 Tage, erstmals dürften auch Frauen ab 25 Jahren unbegleitet ins Land. Kronprinz Muhammad bin Salman will für 500 Milliarden Dollar eine Megametropole bauen lassen - das Land will mit Dubai oder Katar gleichziehen. Zudem sollen 50 Inseln im Roten Meer zu Luxusresorts entwickelt werden. Der britische Milliardär Richard Branson will in die Resorts investieren. Die Zahl der Zimmer bekannter Hotelmarken stieg im vergangenen Jahr um 13 Prozent und sie soll sich bis 2020 noch einmal auf 85000 Zimmer verdoppeln. Nur an der ITB, der weltweit grössten Touristikmesse, wird man das Königreich dieses Jahr vergebens suchen. 

Kuoni will weg vom Teuer-Image

Der Reiseveranstalter korrigiert den Kurs mit weniger luxuriösen Filialen und dem Werbeslogan «Günstiger als Sie denken», berichtet die «Sonntagszeitung». Unter dem Titel «Reisebüro 2020» werden die Filialen neu eingerichtet: Denn weniger betuchte Kunden würden sich nicht mehr getrauen, die durchgestylten Reisebüros zu betreten. Ins Schaufenster kommen deshalb neu Bildschirme mit konkreten Reiseangeboten samt Preis. Die abschreckenden Empfangsdesks verschwinden weitgehend, der Deko-Krimskrams werde entrümpelt, schreibt die Zeitung weiter. Bis Ende März sollen 75 der 80 Filialen nach dem neuen Konzept umgestaltet sein. Die Zeichen stehen gut: Kuoni liege aktuell bei den Buchungen zweistellig im Plus.

Rien ne va plus in Frankreichs Eisenbahnnetz?

Frankreichs Eisenbahner drohen mit Streik, berichtet die «NZZ am Sonntag». Staatschef Emmanuel Macron will Schluss machen mit dem Renteneintrittsalter von 52 Jahren, Beamtenstatus, kostenloser medizinischer Versorgung und automatischen Gehaltserhöhungen. Die Gewerkschaften der staatlichen Eisenbahngesellschaft SNCF drohen mit einem einmonatigen Streik. Die Entscheidung, wann definitiv gestreikt wird, soll am 15. März fallen.

Flughafen Zürich verliert die Gunst der Anleger

Viele Jahre kannte die Aktie des Flughafens Zürichs praktisch nur eine Richtung: aufwärts. Der Trend scheint seit einiger Zeit gebrochen. Diesen Freitag mag ein besonders schwacher Markt das Seine zum Minicrash der Aktie beigetragen haben, schreibt die «NZZ am Sonntag». Denn die Titel verloren 4,25% und schlossen mit Fr. 211.80. So habe sich die Aktie inzwischen von den Höchstständen des letzten Spätsommers mit minus 15% klar entfernt. Die meisten Finanzanalysten bemängelten vor allem den vorsichtigen Ausblick. Dazu komme eine Dividende, die nicht so stark ansteige wie erhofft.

Plünderer nutzen Sturm

Auch eine kuriose Meldung findet sich in der «NZZ am Sonntag»: Den Wintersturm «Emma» haben Plünderer in Irland genutzt, um auf besonders brachiale Art in einen Supermarkt einzubrechen. Sie zertrümmerten mit einer Baggerschaufel das Dach einer Lidl-Filiale. Die Polizei hatte wetterbedingt Mühe, überhaupt bis zum Tatort im Westen Dublins vorzudringen, und wurde mit Steinwürfen empfangen. Sie nahm neun Personen fest. Der Lidl-Konzern sprach von einem «sehr schweren Vorfall». 

Einmal um die Welt

Ein reichhaltiges Menü serviert der Reise-Teil des «Sonntagsblick»: Neben zig spannenden Reisezielen wie Mauritius, dem Portwein-Himmel Portugal oder der Mittelmeer Insel Zypern, werden verschiedene Reise-Apps vorgestellt. Darunter die App «UVLenws», die die Intensität der UV-Strahlung im Verlaufe des Tages anzeigt und den Nutzer daran erinnert, wenn es Zeit zum Eincremen ist. Hilfreich beim Buchen sei die App «Hitlist»: Einfach das Ziel und das Datum eingeben, und die App schickt eine Benachrichtigung, wenn es in den Weiten des Webs einen besonderen Deal gibt.

Blick hinter die Kulisse im Gstaad Palace

Einblicke der anderen Art gewährt der «Sonntagsblick» im Gstaad Palace: Im Jahr 1913 im Stil eines Landschlösschens erbaut, wurde das Palace ab den 50er-Jahren zum Wohnzimmer der Reichen und Berühmten. Michael Jackson war vom Hotel so begeistert, dass er es kurzerhand kaufen wollte – allerdings ohne Erfolg. Im Hotel sorgen 300 Angestellte für einen reibungslosen Ablauf – bei «nur» etwa 200 Gästen. Für die blumigen Farbtupfer werden pro Saison zwei Floristinnen angestellt. Und auch die Zimmermädchen haben einen intensiven Job: 40 Minuten dauert das Herrichten eines kleinen Standardzimmers, 1½ Stunden das einer Suite.

Konflikt um offene Bürgenstock-Rechnungen

Ein halbes Jahr nach der Eröffnung des Luxusresorts auf dem Bürgenstock sollen Bauunternehmen immer noch auf offenen Rechnungen sitzen. Es handelt sich um ausstehende Zahlungen in Millionenhöhe, wie die «Zentralschweiz am Sonntag». Gemäss dem aktuellen Betreibungsregisterauszug der Bürgenstock Hotels AG forderten die Unternehmen 4,7 Millionen Franken. Es hätten bereits Verhandlungen bei der Schlichtungsbehörde stattgefunden.

Die Bürgenstock Hotels AG äussere sich nicht zu den laufenden Verhandlungen, sagte Jonas Reif, Sprecher der Bürgenstock Hotels AG. Beim Bau des Bürgenstock Resorts seien rund 550 Millionen Franken investiert worden und es gebe über 1000 Einzelverträge mit Zulieferern und Beratern. «Bei so grossen Bauprojekten lässt es sich in der Regel nicht vermeiden, dass es Zulieferer oder Berater gibt, mit welchen man sich nicht einig ist», so Reif weiter. Es betreffe rund ein Prozent der gesamten Auftragssumme von 550 Millionen Franken.

Riga, Madagaskar und Andros

In der «Sonntagszeitung» wird die lettische Hauptstadt Riga beleuchtet. Mit 700'000 Einwohnern sei die grösste Stadt des Baltikums ein schillerndes Gebilde und sei so etwas wie ein Mahnmal im Grossformat – den dramatischen Irrungen und Wirrungen des 20. Jahrhunderts zum Gedenken.

Ebenfalls im Fokus: Madagaskar. Nicht nur über den Nationalpark Masoala wird anschaulich berichtet, auch die drei weiteren Nationalparks sind Thema. Höhepunkt einer Madagaskar-Reise sei der Besuch der Affenbrotbaum-Allee in der Nähe von Morondava.

Auch Thema: Die beiden neuen Schiffe der Hapag-Lloyd, die im Jahr 2019 auslaufen werden. Die Hanseatic Nature und ihr Schwesterschiff Hanseatic Inspiration werden dann höchstens 230, in der Antarktis nur bis zu 199 Passagiere, mitnehmen. Die bis anhin gecharterte Hanseatic müsse die Reederei verlassen.

Eine letzte spannende Reise führt nach Andros, der «ursprünglichsten aller Bahamas-Inseln», die sich perfekt fürs Nichtstun eigne. Die grösste Insel sei zugleich jene mit der geringsten Bevölkerungsdichte: 7000 Einwohner leben auf knapp 6000 Quadratkilometer verteilt. Andros Island sei so etwas wie die Antithese zu den bekannteren, touristischen Bahamas-Inseln, die Glamour, Luxus und oftmals auch Spektakel versprechen. Andros sei leise und ein wenig einsam.

Wandern, Velo und Gärten

In der «NZZ am Sonntag» nimmt Heinz Staffelbach die Leser mit auf eine Wanderung über den Furkapass. Eine moderne Strasse schlängele sich durch die Berghänge, und auf 2100 Metern stehe gar ein komfortables Berghaus, das Hotel Tiefenbach. So seien die sieben Kilometer von Realp zum Hotel nicht nur eine beliebte und einfache Schneeschuhroute, dank dem Ratrak des Tiefenbach-Wirtes sei die Strecke auch für Winterwanderer machbar. 

Darüber hinaus wird für eine Reise mit dem Velo plädiert. Nichts befreie den Kopf so schnell von Alltagssorgen und fülle ihn mit neuen Bildern wie das Verreisen mit dem Velo. Laut dem Branchenverband Velosuisse rollen rund vier Millionen Velos durch die Schweiz. Wer diese Art des Reisens einfach mal ausprobieren wolle, könne oft sein Alltagsvelo nehmen. Der Verfasser des Artikels empfiehlt, den Jakobsweg auf dem Velo zurückzulegen, eine Fahrt entlang der Donau oder der Rhone entlang ans Mittelmeer zu radeln.

In der Stil-Beilage werden vier Boutique-Hotels mit besonderen Gärten vorgestellt: Die Villa Teltrinelli am Gardasee, das Barnsley House in Gloucestershire/Grossbritannien, die Villa Cimbrone in Ravello/Italien und das Gravetye Manor in Sussex/Grossbritannien.

(LVE)