Services

Die neuen CT-Scanner am Flughafen Zürich ermöglichen eine schnellere und komfortablere Sicherheitskontrolle, weil Flüssigkeiten und elektronische Geräte im Handgepäck bleiben können. Bild: Flughafen Zürich AG

Das sind die grössten Knacknüsse für die Hightech-Scanner am Flughafen

Reto Suter

Neue CT-Scanner erleichtern seit acht Wochen die Sicherheitskontrolle am Flughafen Zürich. Nun liegt eine erste Bilanz vor. Travelnews beantwortet die fünf wichtigsten Fragen und erklärt, warum unter anderem Flip-Flops im Handgepäck zu Verzögerungen führen können.

Für lokal abfliegende Passagiere ist die Sicherheitskontrolle am Flughafen Zürich seit dem 26. Juni 2026 einiges entspannter. Flüssigkeitsbehälter mit einem Fassungsvermögen von bis zu zwei Litern dürfen im Handgepäck bleiben, ebenso Laptops, Tablets und andere elektronische Geräte. Auch der separate Plastikbeutel für Flüssigkeiten ist nicht mehr nötig.

Möglich machen das die neuen CT-Scanner, die das Handgepäck dreidimensional durchleuchten und dem Sicherheitspersonal eine wesentlich detailliertere Analyse ermöglichen. Inzwischen hat das System auch den Grossandrang der Sommerferien hinter sich. Travelnews hat beim Flughafen Zürich und bei der Kantonspolizei nachgefragt, wie sich die neue Technik im Alltag schlägt.

Wie kommt das neue Regime bei den Passagieren an?

Die erste Bilanz fällt positiv aus. Vor allem der Umstand, dass vor der Kontrolle weniger aus- und wieder eingepackt werden muss, kommt bei den Reisenden gut an. «Die Passagiere schätzen es sehr, dass sämtliche elektronischen Gegenstände und Flüssigkeitsbehälter bis zu zwei Liter Fassungsvermögen im Gepäck bleiben können», sagt Flughafen-Sprecherin Andrea Bärwalde gegenüber Travelnews.

Ganz verinnerlicht haben die neuen Regeln allerdings noch nicht alle Reisenden. «Deshalb informieren Airport Guides und Terminal Manager die Passagiere aktiv darüber, damit diese die Flüssigkeiten vor der Sicherheitskontrolle nicht mehr wegleeren und auch wissen, dass doppelwandige Thermosflaschen nach wie vor leer sein müssen», so Bärwalde. Bis die neuen Abläufe allen geläufig seien, brauche es noch etwas Zeit. Zudem weist sie auf einen wichtigen Punkt hin: «Im Falle eines Umsteigens oder beim Rückflug ist der entsprechende Flughafen gegebenenfalls nicht mit CT-Scannern ausgerüstet, und es gelten andere Regelungen für Flüssigkeiten.»

Wie häufig kommt es zu Nachkontrollen?

Auch modernste Scanner können nicht jedes Gepäckstück ohne weitere Abklärung passieren lassen. Wie häufig Nachkontrollen nötig sind, gibt die Kantonspolizei Zürich nicht bekannt. «Die Sicherheitskontrolle am Flughafen Zürich stellt ein zentrales Element des Sicherheitsprozesses dar, weshalb wir keine vertieften Angaben zum Prozess machen», sagt Sprecher Florian Frei. Ein interessantes Detail verrät er dennoch: Gewisse alltägliche Gegenstände bringen die Hightech-Scanner offenbar häufiger ins Grübeln. «Wir können bestätigen, dass die CT-Scanner bei Flip-Flops, aber auch bei Stapeln von Spielkarten, Äpfeln und Bananen aufgrund ihres spezifischen Dichteprofils öfter eine Nachkontrolle verlangen.»

Sind die Wartezeiten kürzer geworden?

Darauf gibt es vorerst keine eindeutige Antwort. Der Flughafen nennt keine konkreten Zahlen dazu, wie sich die Wartezeiten seit der Einführung der neuen CT-Scanner entwickelt haben. An den Zielvorgaben hat sich jedoch nichts geändert: Bei den neuen Kontrolllinien sollen 90 Prozent der Passagiere höchstens sechs Minuten warten. Bei der Sicherheitskontrolle für Transferpassagiere liegt dieser Wert bei maximal zehn Minuten.

Hat die Technik den Sommeransturm überstanden?

Die wichtigste Belastungsprobe haben die neuen Anlagen bereits hinter sich. Trotz des hohen Passagieraufkommens während der Sommerferien kam es laut Flughafen zu keinen grösseren technischen Störungen. Wie bei der Einführung eines neuen Systems üblich, seien vereinzelt kleinere technische Themen aufgetreten, sagt Flughafen-Sprecherin Andrea Bärwalde. Diese hätten jedoch während des laufenden Betriebs behoben werden können. Insgesamt habe sich das neue System während der reisestarken Sommermonate bewährt.

Wo hakt es noch?

Optimierungspotenzial sieht der Flughafen derzeit weniger bei der Technik als beim Verhalten der Passagiere. Der neue Ablauf unterscheidet sich in einigen Punkten von der bisherigen Routine, und das führt gelegentlich dazu, dass vorhandene Kapazitäten nicht vollständig genutzt werden. «Zum Beispiel ist noch nicht für alle auf Anhieb klar, dass sie bei einem freien Platz weiter vorne an der Person vor ihnen vorbeigehen und diesen Platz direkt nutzen können», erklärt Bärwalde. Dadurch würden freie Kapazitäten teilweise noch nicht optimal ausgeschöpft. Mit gezielter Information will der Flughafen hier nachbessern. Gleichzeitig mahnt Bärwalde zur Geduld: «Wie bei jedem neuen System braucht es Zeit, bis sich alle Nutzerinnen und Nutzer an die neuen Abläufe gewöhnt haben.»