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Am Flughafen Barcelona-El Prat droht ab dem 4. August ein unbefristeter Streik des Bodenpersonals. Bild: Unsplash / Martí Sierra

Streik am Flughafen Barcelona könnte Hunderttausende Reisende treffen

Am Flughafen Barcelona-El Prat droht ab dem 4. August ein unbefristeter Streik des Bodenpersonals. Betroffen sind unter anderem Check-in, Gepäckabfertigung und Boarding – mit möglichen Auswirkungen auf rund zwei Millionen Passagiere.

Die Gewerkschaft CGT für Mitarbeitende des Bodenabfertigers Groundforce hat am Flughafen Barcelona-El Prat einen unbefristeten Streik ab Dienstag, 4. August, um Mitternacht, angekündigt. Der Ausstand betrifft laut spanischen Medien knapp 1200 Beschäftigte in den Bereichen Bodenabfertigung, Check-in, Boarding und Flugkoordination.

Groundforce betreut in Barcelona zahlreiche internationale und nationale Fluggesellschaften, darunter Air Europa, Lufthansa, Air France, KLM, Qatar Airways, Turkish Airlines, ITA Airways, United Airlines und Finnair.

Zwischen Anfang August und Ende September sind bei den von Groundforce abgefertigten Airlines rund 11'600 Flüge mit knapp 2,4 Millionen angebotenen Sitzplätzen geplant. Nach Schätzungen des spanischen Verkehrsministeriums könnten rund zwei Millionen Passagiere von den Streikmassnahmen betroffen sein.

Inwiefern Fluggäste der Swiss die Folgen des Streiks spüren werden, ist noch unklar. «Die Rücksprache mit unserer Einsatzleitstelle hat ergeben, dass derzeit noch keine gesicherten Informationen vorliegen», sagt Sprecherin Meike Fuhlrott auf Anfrage. «Ob Anpassungen am Flugprogramm erforderlich werden, lässt sich deshalb aktuell noch nicht beurteilen.»

Sollte es zu Streikmassnahmen kommen, werde die Swiss alles daran setzen, die Auswirkungen auf die Fluggäste so gering wie möglich zu halten. «Unser Ziel ist es, allfällige Beeinträchtigungen frühzeitig zu erkennen und – wo immer möglich – durch geeignete Massnahmen abzufedern.»

Gewerkschaft kritisiert Arbeitsbedingungen

Die Gewerkschaft begründet den Streik mit einer aus ihrer Sicht unzureichenden Arbeitssicherheit und einer Verschlechterung der Arbeitsbedingungen. Sie kritisiert unter anderem Personalmangel, hohe Arbeitsbelastung, viele Überstunden sowie eine ungenügende Ausbildung neuer Mitarbeitender. Dadurch steige das Risiko von Unfällen und gesundheitlichen Problemen.

Um den Flugbetrieb teilweise aufrechtzuerhalten, hat das spanische Verkehrsministerium Mindestdienste angeordnet. Je nach Flugkategorie müssen zwischen 35 und 80 Prozent der geplanten Verbindungen durchgeführt werden. Besonders hoch sind die Vorgaben für Flüge zu den Balearen, Kanaren sowie auf internationalen Strecken ohne praktikable Reisealternative.

Reisenden mit Flügen ab Barcelona wird empfohlen, den Status ihrer Verbindung vor der Abreise regelmässig bei der jeweiligen Fluggesellschaft zu überprüfen.

(TN)