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Nach einem Radarausfall am Sonntagmorgen hob am Flughafen Zürich während rund 90 Minuten keine einzige Maschine ab. Bild: Flughafen Zürich AG

Das wahre Ausmass der Skyguide-Panne am Flughafen Zürich

Am Flughafen Zürich ging am Sonntagmorgen aufgrund eines Radarausfalls zeitweise nichts mehr. Welche Folgen die Panne tatsächlich hatte, zeigt nun eine Auswertung der Flugdaten.

Ein Radarausfall legte den Verkehr am Flughafen Zürich am Sonntagmorgen (21. Juni 2026) teilweise lahm: Während rund 90 Minuten hob keine einzige Maschine ab. Landungen blieben zwar möglich, dennoch sorgte die Panne für massive Auswirkungen auf den Betrieb.

Die Flugsicherung Skyguide aktivierte den Krisenstab und arbeitete mit Hochdruck daran, die technische Störung zu beheben und den Betrieb schrittweise zu stabilisieren (Travelnews berichtete). Aus Sicherheitsgründen blieb der Luftraum östlich von Bern vorübergehend geschlossen.

Erst um 7.46 Uhr startete die erste Passagiermaschine: ein Swiss-Flug nach Thessaloniki, durchgeführt von Helvetic. Nach der Wiederaufnahme des Betriebs reduzierte Skyguide die Kapazität im Luftraum zunächst um 40 Prozent.

Die Folgen waren spürbar: Dutzende Flüge hoben mit teils grosser Verspätung ab, mehrere Verbindungen fielen ganz aus. Travelnews beantwortet die wichtigsten Fragen zum Flugchaos vom Sonntag.

Was war der Grund für die Panne?

Die Störung entstand, weil die Visualisierung der Sperrzone über dem Bürgenstock sehr kurzfristig ins System aufgenommen wurde. Der Entscheid, die Friedenskonferenz definitiv durchzuführen, war erst am Samstag (20. Juni) gefallen. Betroffen war das Radarbild im Kontrollzentrum in Dübendorf und im Tower Zürich. Als Vorsichtsmassnahme leitete Skyguide am frühen Morgen ein sogenanntes «Clear the Sky»-Verfahren ein. Ausgenommen davon waren Flugzeuge, die sich bereits im Anflug auf Zürich befanden. Auch sämtliche Delegationen der Friedenskonferenz konnten planmässig landen. Laut Skyguide war die Sicherheit jederzeit gewährleistet.

Wie wirkte sich die Panne auf die Passagiere aus?

Für viele Passagiere hatte die Panne gravierende Folgen. Von den 363 Flügen, die am Sonntag abhoben, starteten 227 mit einer Verspätung von mehr als 15 Minuten. Das zeigt eine Auswertung der Abflugdaten auf der Website des Flughafens Zürich durch Travelnews. Anders gesagt: Nur rund jede dritte Maschine hob mehr oder weniger planmässig ab. Besonders ausgeprägt waren die Verzögerungen bei 79 Flügen mit mehr als einer Stunde Verspätung. Am meisten Geduld brauchten die Passagiere von Edelweiss nach Gran Canaria: Statt wie geplant um 6 Uhr morgens hob die Maschine erst um 21 Uhr ab. Auch die Reisenden nach Hurghada mussten lange warten. Ihr Flug startete gemäss Abflugtabelle erst um 13 Uhr statt um 6 Uhr.

Wie viele Flugzeuge hoben gar nicht ab?

Über den ganzen Tag wurden 19 Flüge ab dem Flughafen Zürich annulliert – allein zehn davon zwischen 5 und 9 Uhr. Betroffen waren sechs Swiss-Flüge und je einer von Edelweiss, Air France, Lufthansa und Austrian Airlines.

Sind die Auswirkungen auch am Montag noch spürbar?

Nein, der Betrieb läuft inzwischen wieder planmässig. Abgesehen von einzelnen kleineren Verspätungen, wie sie im Flugbetrieb täglich vorkommen, sind keine Auswirkungen der Störung mehr spürbar.

Gibt es häufiger Probleme bei Skyguide?

Ja, in den vergangenen Jahren kam es bei Skyguide immer wieder zu Störungen mit Auswirkungen auf den Flugverkehr. Zuletzt im April 2026: Damals musste die Kapazität am Flughafen Zürich vorübergehend um 30 Prozent reduziert werden. Glück im Unglück für Skyguide: Die Bisenlage führte ohnehin zu einer noch tieferen Kapazität. Flüge mussten also vorab wetterbedingt gestrichen werden. Besonders einschneidend war der Vorfall im Juni 2022: Wegen einer technischen Panne bei Skyguide musste der Schweizer Luftraum zwischenzeitlich komplett geschlossen werden.

(RSU)