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Stephanie Schulze zur Wiesch, CEO von Dertour Suisse, informierte in Gstaad über den Stand der Hotelplan-Integration. Bild: TN

Zukunft von Hotelplan: Das müssen Reisebüros wissen

Reto Suter

Wie weit ist Dertour Suisse bei der Eingliederung von Hotelplan – und was bedeutet das konkret für die Reisebüros? Travelnews liefert die fünf wichtigsten Antworten im Überblick.

Für zwei Tage ist Gstaad im verschneiten Berner Oberland das Mekka der Schweizer Reisebranche. Seit Donnerstagvormittag (26. März 2026) läuft der so genannte Touristiker-Treff von Dertour Suisse, der jedes Jahr an einem anderen Ort über die Bühne geht.

Mit dabei: Rund 80 Reiseprofis aus der Deutschschweiz, die von Einblicken aus erster Hand profitieren. Vertreterinnen und Vertreter von Dertour Suisse und wichtigen Partnern liefern aktuelle Einschätzungen und Hintergrundinformationen.

Im Fokus des ersten Tages stand eine zentrale Frage: Wo steht Dertour Suisse bei der Ende August 2025 angelaufenen Integration von Hotelplan? CEO Stephanie Schulze zur Wiesch sowie mehrere Führungskräfte aus verschiedenen Bereichen gaben dazu umfassend Auskunft. Travelnews beantwortet die fünf wichtigsten Fragen.

Wie hat Hotelplan die vergangenen zwei Jahre verkraftet?

Stephanie Schulze zur Wiesch sagt: «Die Marke Hotelplan hat in den letzten zwei Jahren, seit der Verkaufsankündigung der Migros, gelitten.» Wenig überraschend sei eine Zurückhaltung der Kundinnen und Kunden spürbar gewesen. Auch viele Reisebüro-Partner hätten die Produkte weniger aktiv verkauft als zuvor. «Jetzt geht es darum, Hotelplan zurück auf die Erfolgsspur zu bringen», sagt sie. Man glaube weiterhin fest an die Marke und sei überzeugt, dass sich die Entwicklung positiv gestalten werde. Aktuelle Buchungstrends im laufenden Jahr zeigten bereits, dass sich die Marke Hotelplan wieder erhole. Bei der Integration liege Dertour Suisse im Zeitplan.

Wie lange sind die Travelhouse-Angebote noch buchbar?

Nicole Rosenberg, zuständig für die Eingliederung des Travelhouse-Teams, sagt: «Bis Ende Oktober 2026 sind sämtliche Travelhouse-Angebote noch buchbar.» Reisebüro-Partnern, die bisher eng mit Travelhouse zusammengearbeitet haben, empfiehlt sie, diese Möglichkeit weiterhin zu nutzen. Der Grund: Die Kuoni Specialists könnten das gesamte Buchungsvolumen derzeit noch nicht vollständig auffangen, da weiterhin auf unterschiedlichen Systemen gearbeitet werde. Gleichzeitig gibt es Neuigkeiten zur Integration der einzelnen Destinationen. So übernimmt Kontiki Irland und Grossbritannien, während Marokko neu ins Portfolio von Private Safaris aufgenommen wird.

Wie unterscheiden sich die Marken Hotelplan und Helvetic Tours?

CEO Stephanie Schulze zur Wiesch stellte noch einmal unmissverständlich klar: «Es gibt keinerlei Überlegungen, die Marke Hotelplan verschwinden zu lassen – im Gegenteil: Wir glauben sehr stark an sie.» Hotelplan soll als vielseitige Marke positioniert werden – mit Fokus auf Pauschalreisen, Badeferien, Städtereisen, Gruppenangebote und Themenparks. Helvetic Tours konzentriert sich ausschliesslich auf Badeferien im unteren Preissegment. Im Zentrum stehen standardisierte, einfach buchbare Angebote. Bewusst ohne Zusatzleistungen, dafür klar auf ein preisbewusstes Publikum zugeschnitten.

Wann wird das Kommissionsmodell vereinheitlicht?

Ab dem 1. Januar 2027 gilt für die zusammengeführten Marken ein einheitliches Kommissionsmodell. Bereits im Vorfeld werden verschiedene Abläufe in der Zusammenarbeit mit den Reisebüro-Partnern schrittweise harmonisiert. So ist geplant, ab Sommer 2026 nur noch einen gemeinsamen Newsletter zu versenden statt wie bisher zwei separate. Auch das Extranet wird im Verlauf dieses Jahres entsprechend angepasst und vereinheitlicht.

Wo steht künftig der gemeinsame Hauptsitz?

Ist es Glattbrugg, wo Hotelplan zu Hause ist, oder doch Zürich-Altstetten, wo Dertour Suisse ihren Hauptsitz hat? «Wir sind in der Endphase der Evaluation und werden in den nächsten Wochen entscheiden, ob es Altstetten oder Glattbrugg wird», sagt CEO Stephanie Schulze zur Wiesch. Für sie ist klar, wie wichtig der Standort ist: «Nähe erleichtert den Austausch und stärkt die Zusammenarbeit. Sie hilft uns, Beziehungen weiter zu vertiefen und noch wirkungsvoller zusammenzuarbeiten.» Seit Ende 2025 läuft eine umfassende Prüfung – unterstützt von einem externen Immobilienexperten. Dabei wurden verschiedene Faktoren unter die Lupe genommen, darunter Pendelzeiten, Anbindung an den öffentlichen Verkehr, Kosten, Platzverhältnisse und das Angebot im Umfeld. Auch die Mitarbeitenden wurden in den Prozess einbezogen und konnten ihre Perspektiven einbringen.