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Die Thomas Cook Group verfügt über zahlreiche eigene Hotels wie das Sentido Graceland Khao Lak Resort & Spa – und bald auch über neue Mittel, um diese zu betreiben. Bild: TC

Thomas Cook: Das Geld ist da

Der angeschlagene Reisekonzern Thomas Cook bangte zuletzt um die benötigte Finanzhilfe. Jetzt legt der chinesische Mischkonzern Fosun 450 Millionen Pfund auf den Tisch und übernimmt 75 Prozent der Anteile des Veranstaltergeschäfts der Thomas Cook Group.

Der zweitgrösste europäische Reiseveranstalter hat keine einfachen Monate hinter sich. Die Thomas Cook Group mit Marken wie Condor, Neckermann Reisen, Öger Tours oder Aldiana befindet sich in Schieflage und benötigt akut finanzielle Hilfe, um über das schwierige und einnahmeschwache Winterhalbjahr 2019/2020 zu kommen und um das künftige Überleben sicherzustellen. Zwar lag schon seit Juli der Plan auf dem Tisch, dass der chinesische Mischkonzern Fosun, dem auch Club Med gehört, bei Thomas Cook einsteigt. Zuletzt kamen aber Zweifel auf: Fosun sprach von Hürden.

Diese Zweifel sind jetzt vom Tisch. Wie die Thomas Cook Group heute bekanntgibt, steigt Fosun nun definitiv ein. Fosun zahlt 450 Millionen Pfund (540 Millionen Franken), um 75 Prozent des Reiseveranstaltergeschäfts von Thomas Cook zu erwerben. Gleichzeitig erhält Fosun 25 Prozent der Anteile an den Thomas Cook Airlines. Im gleichen Zug beteiligen sich die Gläubigerbanken von Thomas Cook ebenfalls mit 450 Millionen Pfund am Unternehmen – diese erhalten 25 Prozent des Veranstaltergeschäfts und 75 Prozent der Airlines. Dabei werden Bankkredite und Anleihen in Eigenkapital umgewandelt.

Die bisherige Beteiligung von Fosun an Thomas Cook belief sich auf 18 Prozent. Ab dem 1. Oktober 2019 – so es die Wettbewerbsbehörden zulassen – liegen Neckermann & Co. dann zu 75 Prozent und damit mehrheitlich in chinesischen Händen.

(GWA)