Grün, grüner, Malaysia

Von Lukas Scheid
Malaysia1_bridge.jpg
Malaysia ist bekannt für seine Walkways in den Gipfeln des Urwalds wie hier auf Langkawi. Bilder: Tourism Malaysia

Grün zu reisen bedeutet, den Einfluss auf die Umwelt so gering wie möglich zu halten. Durch die Reduzierung von Müll, CO2-Emissionen und des Wasserverbrauchs kann man die Ferien ökologischer gestalten, ohne auf Luxus und Komfort zu verzichten – zum Beispiel in Malaysias Taman Negara Nationalpark.

Der Mensch ist für die Natur verantwortlich. Das gilt nicht nur zu Hause, sondern auch auf Reisen. Unterwegs erkennt man die Auswirkungen des eigenen Handelns meist nicht sofort. Daher ist es umso wichtiger, bedacht mit Ressourcen und Umwelt umzugehen.

Beim sogenannten Eco Travelling soll unnötiger Plastikmüll vermieden, Essensabfall verringert und Flora und Fauna geschützt werden. Viele Nationalparks in Malaysia setzen auf nachhaltigen Tourismus. Auch bei Aktivitäten und Unterkünften.

Im Taman Negara Nationalpark befindet sich einer der ältesten Regenwälder der Welt. 130 Millionen Jahre ist er alt. Der Park ist trotz seiner Beliebtheit und Grösse von 4000 Quadratkilometern nach wie vor eine Wiege der Wildnis, die man als Besucher auf eindrückliche Weise entdecken kann. Bei Jungle Treks führt ein Guide die Gäste in kleinen Gruppen zu Fuss durch die üppige Vegetation des Parks. Tapire, Wildschweine, Bären, Elefanten, Tiger, Nashörner und jede Menge Affen verstecken sich im dichten Grün. Sie aufzuspüren ist kein leichtes Unterfangen, so vielfältig sind die Versteckmöglichkeiten der Waldbewohner.

Tapire, Wildschweine, Bären, Elefanten, Tiger, Nashörner und jede Menge Affen verstecken sich im dichten Grün.

Doch die Guides sind echte Profis und schaffen es immer wieder, ihren Gästen aus sicherer Entfernung einen unvergesslichen Blick auf die Tierwelt in einem der ältesten Wildreservate des Planeten zu verschaffen. Das Ziel solcher Treks ist meist ein wilder Wasserfall mitten im Wald, welcher Flüsse und Bäche im Park speist und für eine willkommene Erfrischung bei Mensch und Tier sorgt.

Der Norden des Parks ist schwerer zu erreichen und dadurch weniger überlaufen. Unterkünfte sind günstig, Gruppen kleiner und das Erlebnis authentischer. Dieser Teil des Parks ist vor allem beliebt bei aus Thailand kommenden Rundreisenden und Vogelbeobachtern. Der südliche Eingang ist dank guter Infrastruktur gerade einmal dreieinhalb Stunden mit dem Auto von Kuala Lumpur entfernt.

Von Jerantut aus geht es mit dem Boot nach Kuala Tahan, dem Basislager für die meisten Aktivitäten im Nationalpark und Standort einiger Eco-Unterkünfte. Der 530 Meter lange «Canopy Walk» ist eine hervorragende Möglichkeit, den Urwald aus einer ganz neuen Perspektive zu erleben. In luftiger Höhe führt er hoch oben von Baumwipfel zu Baumwipfel und gewährt ganz neue Einblicke aus der Vogelperspektive.

Der bunte Schnabel des Nashornvogels

Am Rand des Taman Negara befindet sich das Sg Yu Forest-Reservat. Hier leben einige indigene Stämme der malaysischen Halbinsel, welche Zusammen mit einem Guide besucht werden können und zum kulturellen Verständnis des Landes und seiner Natur beitragen. Schaut man in dem uralten Primärwald in die Baumkronen, entdeckt man die verschiedenst gefärbten Schnäbel der Nashornvögel. Mal rot, mal knallgelb, mal bunt – schön sind sie alle!

Schaut man in dem uralten Primärwald in die Baumkronen, entdeckt man die verschiedenst gefärbten Schnäbel der Nashornvögel.

Der Taman Negara ist nicht der einzige Tempel der Natur in Malaysia. Der Royal Belum State Park liegt an der thailändischen Grenze und blüht gerade in Sachen Öko-Tourismus mächtig auf. Moderne Unterkünfte mit Zero-Waste-Konzepten und spannende Aktivitäten ohne viel Schnickschnack sorgen für ein unvergessliches Naturerlebnis, bei dem man Malaienbären, Nashornvögel und die seltenen Rafflesiengewächse bewundern kann.

Das älteste Naturschutzgebiet

Malaysia hat in Sachen Superlativen noch mehr zu bieten. Allerdings muss man dafür auf die Insel Borneo reisen. Der Bako Nationalpark ist gerade einmal 27 Quadratkilometer gross und bietet auf engstem Raum eine atemberaubende Artenvielfalt, welche man dank markierter Wanderwege auf nachhaltige Weise entdecken kann. 275 Affenarten, welche man nur auf Borneo findet, sollten Argumente genug liefern für eine Reise auf eine Insel, deren Landfläche zu drei verschiedenen Ländern gehört: Malaysia, Indonesien und das Sultanat Brunei.

Dieser Artikel erschien zuerst in REISEWELTEN, dem Kundenmagazin des Fernreise-Spezialisten knecht reisen.