Hotellerie
Ein Cruise-Hauptsitz wird zum Hotel
Die Kreuzfahrtbranche befindet sich seit einigen Jahren stark im Trend. Erste Glanzzeiten der Reedereien gehen allerdings auf das frühe 20. Jahrhundert zurück, bevor Konkurrenz durch Düsenjets aufkam. Auch die Reederei «Den Norske Amerikalinje» (= «Die norwegische Amerika-Linie» mischte im lukrativen Transatlantikverkehr mit und beförderte primär Auswanderer nach Amerika, ab den 60er Jahren dann auch Kreuzfahrtgäste im modernen Sinn. 1995 wurde die 1910 gegründete Reederei in die Reederei Wilh. Wilhelmsen eingegliedert und hörte auf zu existieren.
Doch nun erhält sie ein Comeback der seltsamen Sorte: Ihr früheres Hauptquartier, an bester Lage in Oslo, wird im März 2019 als Hotel wieder eröffnet. Das Gebäude befindet sich direkt beim Osloer Hauptbahnhof und am Anfang der Karl Johans Gate, einer wichtigen Shoppingstrasse, welche auf geradem Weg zum Königsschloss führt. Hinter dem Projekt der der norwegische «Hotelkönig» Petter Stordalen, der hinter dem Hotelimperium Nordic Choice Hotels und der Investmentfirma Strawberry steht.
Das Hotel namens «Amerikalinjen» wird ein städtisches Boutique-Hotel mit 122 Zimmern sein. Dazu kommen die Atlas Brasserie, der Gustav Jazz Club und die Cocktailbar Pier 42. Natürlich wird sich das Hotel bei der Innenausstattung und der Dekoration eng an die reiche Geschichte der Reederei anlehnen, ohne jedoch ein Museum mit alten Amerikalinjen-Effekten zu sein. Das 1919 erstellte Haus wird sanft renoviert. Es ist geplant, dass das Hotel Mitglied bei der Preferred Hotels & Resorts Lifestyle Collection wird.
Laut Stordalen handelt es sich um das wichtigste Hotelprojekt in Oslo seit der Eröffnung des weltweit berühmt gewordenen «The Thief» vor fünf Jahren.