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Feriengäste in Japan essen mehr Reis als die Einheimischen
Dass Reis zur japanischen Esskultur gehört, überrascht niemanden. Dass ausländische Gäste pro Kopf deutlich mehr davon essen als die Einheimischen, hingegen schon. Eine neue Auswertung des japanischen Landwirtschaftsministeriums zwingt die Behörden deshalb, ihre bisherigen Berechnungen zum Reisverbrauch massiv nach oben zu korrigieren, wie der «Blick» schreibt.
Auslöser war die Reiskrise von 2024. Damals leerten sich die Regale in den Läden, während die Preise kräftig anzogen. Neben einer schlechten Ernte und Hamsterkäufen geriet auch der boomende Tourismus in den Fokus. Nun zeigt sich: Der Einfluss der Feriengäste war grösser als bisher angenommen.
Onigiri statt Sandwich
Nach den neuen Berechnungen verzehrt ein ausländischer Tourist durchschnittlich 570 Gramm gekochten Reis pro Tag. Bislang ging das Ministerium von 350 Gramm aus. Die japanische Bevölkerung kommt dagegen im Schnitt lediglich auf 330 bis 340 Gramm täglich.
Der hohe Konsum hat mehrere Gründe. Viele Reisende möchten möglichst viele landestypische Spezialitäten probieren. Neben Sushi greifen sie häufig zu Onigiri – den beliebten gefüllten Reisbällchen aus Convenience Stores – oder bestellen Reis als Beilage zu Ramen, Curry und anderen Gerichten. Viele Japanerinnen und Japaner hingegen ersetzen Reis im Alltag zunehmend durch Brot oder Nudeln.
Besonders grosse Lust auf Reis verspüren Gäste aus Südostasien. An der Spitze stehen Reisende aus Vietnam mit durchschnittlich 718 Gramm Reis pro Tag, gefolgt von Indonesien, den Philippinen und Thailand.
Zwischen Juli 2025 und Juni 2026 verbrauchten ausländische Gäste rund 91'000 Tonnen Naturreis – deutlich mehr als ursprünglich geschätzt. Zwar machen Touristinnen und Touristen nur rund 1,3 Prozent des gesamten Reisverbrauchs Japans aus. Künftig will das Landwirtschaftsministerium den Einfluss des Tourismus jedoch genauer berücksichtigen, um Versorgungsengpässe besser vermeiden zu können.