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Traumstrände wie hier in Varadero prägen das touristische Bild Kubas. Doch die Branche gerät zunehmend unter Druck. Bild: Adobe Stock

Mehrere internationale Hotelketten verlassen Kuba

Der kubanische Tourismus steht vor immer grösseren Herausforderungen. Nun ziehen sich internationale Hotelketten wegen verschärfter US-Sanktionen und schwieriger wirtschaftlicher Rahmenbedingungen zunehmend aus dem Land zurück.

Der Druck auf Kubas Tourismusbranche nimmt weiter zu. Mehrere internationale Hotelgesellschaften reduzieren ihr Engagement auf der Karibikinsel oder ziehen sich ganz zurück, wie das Reiseportal «Touristik Aktuell» schreibt.

Auslöser der aktuellen Entwicklung ist eine neue Verordnung der US-Regierung, die am 5. Juni in Kraft treten soll. Sie richtet sich gegen ausländische Unternehmen mit Geschäftsbeziehungen zum kubanischen Militärkonglomerat Gaesa. Über dessen Tourismustochter Gaviota wird ein grosser Teil der touristischen Infrastruktur des Landes betrieben – darunter mehr als 100 Hotels mit rund 50’000 Zimmern.

Da internationale Hotelketten auf Kuba überwiegend mit Managementverträgen arbeiten, geraten bestehende Kooperationen zunehmend unter Druck. Viele Anbieter prüfen ihre Präsenz oder ziehen Konsequenzen.

Starker Rückgang der Gästezahlen

Besonders sichtbar ist das bei der spanischen Hotelgruppe Meliá. Das Unternehmen beendet Management- und Vermarktungsverträge für 15 Hotels. Betroffen sind unter anderem Häuser in Varadero und Havanna. Meliá verweist auf geopolitische Unsicherheiten sowie wirtschaftlich schwierige Rahmenbedingungen. Der Hotelkonzern hatte bereits Ende Februar mit Zuspitzung der Situation etwa die Hälfte der Hotels vorübergehend geschlossen.

Auch Iberostar reduziert sein Angebot markant. Von ehemals 19 Hotels auf Kuba sind nur noch sechs buchbar. Weitere internationale Betreiber haben ihren Rückzug ebenfalls angekündigt oder prüfen ihre Position auf dem Markt.

Die Entwicklung trifft Kuba in einer ohnehin angespannten Lage. Das Land kämpft seit längerem mit Stromausfällen, Treibstoffknappheit und Versorgungsengpässen. Auch die Fluganbindung wurde zuletzt ausgedünnt.

Gleichzeitig sinken die Gästezahlen deutlich: Zwischen Januar und April 2026 kamen laut Branchenangaben nur rund 329’000 internationale Reisende nach Kuba – deutlich weniger als im Vorjahreszeitraum.

(TN)