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Das sagt Frederic Naar zum Schweiz-Einstieg
Naar Bespoke Travel ist neu in der Schweiz präsent («Naar Travel, der neue Fernreisespezialist»). Der italienische Reiseveranstalter wurde 1996 von Frederic Naar gegründet. Die Wurzeln der Unternehmerfamilie im Tourismus reichen weit zurück: Bereits Frederic Naars Grossvater war in der Branche tätig. Heute positioniert sich das Unternehmen als Spezialist für hochwertige, individuell gestaltete Fernreisen. Im Gespräch mit Travelnews erklärt Naar, was sein Unternehmen auszeichnet, warum gerade jetzt der Schritt in die Schweiz erfolgt und welche Chancen er im Markt sieht.
Herr Naar, was macht Naar Reisen aus?
Frederic Naar: Naar Reisen ist im Kern ein Familienunternehmen mit langer Tradition. Unsere Wurzeln reichen bis ins Jahr 1921 zurück, als mein Grossvater das Unternehmen gegründet hat. Diese Geschichte prägt uns bis heute. Gleichzeitig haben wir uns in den letzten Jahren technologisch stark weiterentwickelt. Wir verbinden also zwei Welten: viel Erfahrung und Expertise auf der einen Seite und ein sehr modernes, digitales System auf der anderen. Heute arbeiten rund 90 Mitarbeitende für uns, die meisten davon in Italien. Ein grosser Teil unseres Teams besteht aus sehr erfahrenen Spezialisten für einzelne Destinationen.
Wie lautet Ihre Erfolgsformel?
Es ist die Kombination aus Expertenwissen und Technologie, die es uns ermöglicht, sehr komplexe und individuelle Reisen effizient zu planen. Ein zentraler Punkt ist dabei unser eigenes Buchungssystem. Reisebüros können gemeinsam mit uns Reisen entwickeln und diese im System selbst anpassen. Das System überprüft automatisch Verfügbarkeiten, Routen und Qualitätsstandards. So entsteht eine echte Co-Creation zwischen uns und den Reisebüros.
Wie würden Sie Ihre Positionierung im Schweizer Markt beschreiben – und was unterscheidet Sie von anderen Veranstaltern?
Wir positionieren uns als Spezialist für hochwertige, individuell gestaltete Fernreisen. Dabei liegen wir bewusst zwischen kleinen Nischenanbietern und grossen Konzernen. Wir sind gross genug, um weltweit starke Partner und stabile Prozesse zu haben, aber gleichzeitig flexibel genug, um auf individuelle Wünsche einzugehen. Was uns besonders auszeichnet, ist unsere Servicephilosophie. Wir sagen grundsätzlich selten Nein zu einer Anfrage – selbst wenn eine Reise sehr komplex ist. Zudem bieten wir einen 24-Stunden-Kundenservice während der gesamten Reise. Wenn etwas passiert, reagieren wir sofort. Ein weiterer Unterschied ist unsere Technologie. Unser System erlaubt es Reisebüros, komplexe Reisen sehr schnell zu erstellen und gleichzeitig sicherzustellen, dass alle Elemente logisch und verfügbar sind. Gerade bei Rundreisen oder Weltreisen mit vielen Stationen ist das ein grosser Vorteil. Das System unterstützt dabei – aber die Expertise kommt von den Menschen.
«Die grösste Herausforderung im Tourismus ist heute sicher die Unvorhersehbarkeit.»
Warum sind Sie gerade jetzt in den Schweizer Markt eingetreten? Welche Potenziale sehen Sie dort?
Der Einstieg in die Schweiz war eigentlich schon länger geplant. Ursprünglich wollten wir zuerst in Frankreich und in den Benelux-Ländern expandieren. Dann kam jedoch die Corona-Pandemie, wodurch sich viele unserer Pläne verzögert haben. Inzwischen hat sich die Situation verändert. Wir sehen im Schweizer Markt aktuell eine Phase der Bewegung und Neuorientierung. Gleichzeitig ist die Nachfrage nach qualitativ hochwertigen, individuell gestalteten Reisen weiterhin sehr stark. Das hat uns überzeugt, dass jetzt ein guter Zeitpunkt ist, aktiv zu werden. Ein weiterer wichtiger Faktor war, dass wir ein sehr gutes Team für die Schweiz aufbauen konnten. Im Tourismus sind persönliche Beziehungen entscheidend. Viele Menschen in der Branche kennen sich seit Jahren, und genau dieses Netzwerk hilft uns beim Einstieg in neue Märkte.
Was sind derzeit Ihre grössten Herausforderungen – und gleichzeitig Ihre grössten Chancen?
Die grösste Herausforderung im Tourismus ist heute sicher die Unvorhersehbarkeit. Ereignisse wie Naturkatastrophen, geopolitische Entwicklungen oder kurzfristige Flugstreichungen können jederzeit auftreten. Deshalb investieren wir viel in Prozesse und Systeme, die schnelle Lösungen ermöglichen. Unsere Stärke liegt darin, dass wir sehr flexibel reagieren können. Wenn ein Problem auftaucht, versuchen wir sofort eine Lösung zu finden – auch wenn das kurzfristig Mehrkosten für uns bedeutet. Langfristig zahlt sich dieser Ansatz aus, weil er Vertrauen schafft. Die grösste Chance sehe ich in der Kombination aus Technologie und persönlicher Expertise. Unsere Systeme helfen Reisebüros, sehr effizient zu arbeiten und komplexe Reisen zu planen. Gleichzeitig bleibt die Erfahrung unserer Destinationsexperten ein zentraler Bestandteil unseres Angebots. Gerade im Premium-Segment suchen viele Kundinnen und Kunden heute nach individuellen, sorgfältig geplanten Reisen. In diesem Bereich sehen wir für Naar Reisen weiterhin grosses Wachstumspotenzial – auch im Schweizer Markt.