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EDA warnt vor Reisen nach Kuba
Kuba-Reisende müssen sich auf drastische Einschränkungen gefasst machen. Am Dienstag hat das EDA die Lagebewertung für den Inselstaat aktualisiert und die Warnstufe deutlich angehoben. Grund dafür ist eine toxische Mischung aus wirtschaftlichem Kollaps, der prekären Energieversorgung und einer spürbar schlechteren Sicherheitslage.
Wer derzeit nach Kuba reist, landet in einem Land, das mit massiven infrastrukturellen Problemen kämpft. Laut dem EDA ist die Energieversorgung äusserst instabil, wobei regelmässige Stromausfälle von mehreren Stunden oder gar Tagen längst auch grosse Hotelanlagen betreffen. Diese Mangelwirtschaft erstreckt sich zudem auf Treibstoff, Lebensmittel und Güter des täglichen Bedarfs. Selbst die Kommunikation ist eingeschränkt, da Telefon- und Internetverbindungen regelmässig unterbrochen werden, was die Kontaktpflege in die Schweiz erheblich erschweren kann.
Medizinische Notlage: Rückkehr empfohlen
Besonders kritisch stuft das Aussendepartement die medizinische Situation ein. Aufgrund gravierender Engpässe bei Medikamenten und medizinischem Material ist eine verlässliche Notfallversorgung derzeit nicht gewährleistet. Das EDA wird in seinen Empfehlungen daher sehr deutlich: Bereits bei leichteren Verletzungen oder Erkrankungen wird Urlaubern eine rasche Rückkehr in die Schweiz nahegelegt, da eine adäquate Behandlung vor Ort oft nicht möglich ist.
Das Bild der vermeintlich sicheren Karibikinsel bröckelt zusehends. Das EDA berichtet von einer besorgniserregenden Zunahme der Kriminalität, die sich vor allem durch eine hohe Rate an Taschen- und Entreissdiebstählen sowie bewaffneten Raubüberfällen äussert. Auch die Drogenkriminalität nimmt laut den Behörden zu. Reisende sollten zudem bedenken, dass das Risiko von terroristischen Anschlägen auch in Kuba nicht gänzlich ausgeschlossen werden kann.
Obwohl das EDA explizit von touristischen und nicht dringenden Reisen abrät, gelten für Personen, die aus zwingenden Gründen dennoch fliegen müssen, verschärfte Vorsichtsmassnahmen. Es wird dringend empfohlen, sich vor und während der Reise über die Medien auf dem Laufenden zu halten und Informationen zu Flugverbindungen ausschliesslich direkt bei den Fluggesellschaften einzuholen. Vor Ort sollten Massenveranstaltungen und Kundgebungen jeder Art strikt gemieden werden, während den Anweisungen der lokalen Behörden Folge zu leisten ist. Insgesamt ist der persönlichen Sicherheit höchste Aufmerksamkeit zu schenken.
«Die wirtschaftliche Lage im Zusammenhang mit der Situation in Venezuela hat schwerwiegende Folgen für den Alltag», so das EDA.