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Mehr als 30 Tote durch Zyklon in Madagaskar
Nach dem Durchzug von Zyklon «Gezani» stehen in Madagaskar ganze Landstriche unter Wasser, Strommasten liegen wie Streichhölzer am Boden, und Strassen haben sich in reissende Flüsse verwandelt.
Nach offiziellen Angaben des Nationalen Amtes für Risiko- und Katastrophenmanagement sind mindestens 31 Menschen ums Leben gekommen. Die meisten Opfer starben durch einstürzende Gebäude, als der Sturm mit einer Windgeschwindigkeit von bis zu 250 km/h am späten Dienstagabend auf die Ostküste traf. Da noch zahlreiche Personen vermisst werden und viele Regionen von der Aussenwelt abgeschnitten sind, befürchten die Behörden, dass die Opferzahlen weiter steigen werden. Mehr als 6000 Menschen haben ihr Zuhause verloren.
Besonders dramatisch ist die Lage in der zweitgrössten Stadt des Landes, Toamasina. Laut dem Interimspräsidenten Oberst Michael Randrianirina ist die Infrastruktur der 400'000-Einwohner-Stadt zu 75 Prozent zerstört.
Land in Notlage
Der Sturm trifft Madagaskar in einer ohnehin instabilen Phase. Oberst Randrianirina, der erst im vergangenen Oktober nach einem Militärputsch an die Macht kam, rief die Weltgemeinschaft zur Unterstützung auf. Er betonte, dass die aktuelle Notlage die Ressourcen des armen Inselstaates bei weitem übersteige.
Madagaskar wurde innerhalb von nur zwei Wochen von zwei schweren Stürmen getroffen – Ende Januar forderte bereits der Zyklon «Fytia» mindestens 12 Todesopfer. Experten ziehen bereits Vergleiche zum verheerenden Zyklon «Geralda» aus dem Jahr 1994.
Obwohl sich «Gezani» über Land zu einem tropischen Sturm abgeschwächt hat, warnen Meteorologen vor anhaltendem Starkregen, der zu weiteren Überschwemmungen und Erdrutschen führen kann. Der Sturm zieht nun weiter Richtung Westen in den Kanal von Mosambik. Es besteht die Sorge, dass er dort erneut an Kraft gewinnt und nächste Woche die Südwestküste Madagaskars oder das afrikanische Festland in Mosambik bedrohen könnte.