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Ungewohnt viel Platz in den Hallen der Golfstaaten an der ITB Berlin. Viele Delegationen sind in diesem Jahr gar nicht erst angereist. Bild: TN

So wirkt sich der Iran-Krieg auf die weltgrösste Tourismusmesse aus

Wo sonst dichtes Gedränge herrscht, gibt es plötzlich viel Platz. Der Krieg am Persischen Golf hinterlässt an der ITB Berlin in den Hallen der Golfstaaten deutliche Spuren. Travelnews-Chefredaktor Reto Suter ist vor Ort und ordnet die Situation ein.

Die ITB Berlin lebt normalerweise von dichtem Gedränge, lauten Gesprächen und glänzenden Auftritten. Besonders die Hallen 2 und 4 gelten jedes Jahr als Publikumsmagnet. Dort präsentieren sich die Golfstaaten mit riesigen Ständen, viel Show und noch mehr Besucherinnen und Besuchern. Doch in diesem Jahr ist vieles anders.

Nach der Eskalation im Nahen Osten ist die Stimmung spürbar gedämpft. Zwar sind die Golfstaaten mit ihren imposanten Ständen immer noch präsent an der weltgrössten Tourismusmesse. Doch rundherum klaffen Lücken.

Wo sich sonst Besuchermassen durch die Gänge schieben, ist plötzlich viel Platz. Sehr viel Platz. Zahlreiche Touristiker aus der Golfregion konnten oder wollten gar nicht erst anreisen. Viele Termine wurden kurzfristig gestrichen.

Statt dichtem Messetrubel prägen nun Fernsehkameras das Bild. Teams von ARD, ProSieben und anderen Stationen berichten direkt aus den Hallen über die Auswirkungen des Iran-Kriegs. Die Tourismusmesse wird damit zur Nachrichtenkulisse.

Besonders betrüblich ist die Situation in Halle 21. Dort wollte sich Israel präsentieren. Der grosse Stand steht jedoch leer. Nur einige Sicherheitskräfte sind vor Ort, die Tische bleiben unbesetzt. Israel hat seine Teilnahme an der ITB Berlin kurzfristig abgesagt. Einschätzungen dazu liefert Travelnews-Chefredaktor Reto Suter im Video.

Nahost-Lage sorgt für Unruhe bei Reedereien

Auch bei den Kreuzfahrtreedereien in Halle 25 sind die Geschehnisse in Nahost ein grosses Thema. Zwei Schiffe von TUI Cruises sitzen in Abu Dhabi, respektive Doha fest. «Wir haben mit Celestryal Cruises zwar ebenfalls ein Schiff in der Region, aber zum Glück nur dieses eine kleine», sagt Rolf Nieländer, Sprecher von Interconnect an der ITB gegenüber Travelnews.

Eigentlich hätte es am Dienstag an der ITB eine grössere Medienkonferenz des Verbandes der Kreuzfahrtunternehmen CLIA geben sollen, aber diese wurde kurzfristig abgesagt. Stattdessen gab es ein schriftliches Statement: «Die Mitgliedsreedereien von CLIA handeln in dieser Situation mit grösster Sorgfalt. Sie beobachten die dynamische Lage kontinuierlich, stehen in engem Kontakt mit Botschaften und Aussenministerien und prüfen Notfallpläne, um die Sicherheit und das Wohlbefinden von Gästen und Besatzung zu gewährleisten», hiess es darin.

(RSU)