Here & There
Hunderte Abenteuer-Touristen stranden auf Insel im Indischen Ozean
Nach den neu aufgeflammten Kämpfen im Jemen stecken lokalen Angaben zufolge Hunderte Touristinnen und Touristen auf der jemenitischen Insel Sokotra fest, unter ihnen auch eine unbekannte Zahl von Schweizerinnen und Schweizern. Die Flüge wurden wegen der militärischen Auseinandersetzungen im Süden des Jemens zuletzt eingestellt.
Touristenführer auf der im Arabischen Meer liegenden Insel berichteten der Deutschen Presse-Agentur (DPA), dass alle Hotels voll ausgebucht seien. Einheimische erklärten, einige der Besucherinnen und Besucher hätten Privathäuser mieten müssen. Anderen sei das Geld ausgegangen, da sie nur für wenige Tage geplant hätten. Weitere seien bei ihren Touristenführern untergekommen.
Die meisten Geschäfte und Hotels dort akzeptieren nur Bargeld. Die Infrastruktur für Geldtransfers ist sehr begrenzt und funktioniert, wenn überhaupt, nur sehr langsam.
Neue Direktflüge nach Saudi-Arabien
Bisher gingen internationale Flüge ausschliesslich über die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE). Die Emirate sind eigentlich seit Jahren im Bürgerkrieg im Jemen mit Saudi-Arabien im Kampf gegen die vom Iran unterstützten Huthi-Rebellen verbündet. Die VAE verfolgten zuletzt aber zunehmend eigene Interessen.
Im neu aufgeflammten Konflikt gerieten die eigentlichen Verbündeten gefährlich aneinander. Von den Emiraten unterstützte Separatisten nahmen in den vergangenen Wochen grosse Gebiete ein, die auch an Saudi-Arabien grenzen, was Riad unter Druck setzte. Die offizielle Regierung im Jemen, die wiederum von Saudi-Arabien unterstützt wird, ist sehr schwach, konnte die Gebiete inzwischen aber wieder für sich gewinnen.
Die staatliche Fluggesellschaft des Jemens, Yemenia Airways, kündigte nun an, zum ersten Mal Direktflüge von Sokotra nach Dschidda in Saudi-Arabien anzubieten. Der erste Flug solle am Mittwoch (7. Januar 2026) abheben, hiess es in einer offiziellen Erklärung. Ziel sei es zunächst, die gestrandeten Touristinnen und Touristen auszufliegen.
Das Unternehmen plane jedoch regelmässige wöchentliche Flüge zwischen Dschidda und Sokotra, erklärte ein Sprecher von Yemenia Airways. Ob es in Zukunft auch wieder Flüge über die VAE geben wird, blieb zunächst unklar.
Die Insel Sokotra hat in den vergangenen Jahren trotz des seit 2014 andauernden Bürgerkriegs unter Reisenden an Beliebtheit gewonnen. Sie ist Unesco-Welterbe und kann eine einzigartige Biodiversität vorweisen. 37 Prozent der 825 Pflanzenarten auf Sokotra und 90 Prozent der Reptilienarten kommen laut Unesco nirgendwo sonst auf der Welt vor.
Keine Rückholaktion für Schweizer Reisende
Das Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) wird die auf der jemenitischen Insel Sokotra gestrandeten Schweizerinnen und Schweizer nicht zurückholen. Das teilte das EDA am Mittwoch auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA mitteilt.
Die Schweizer Botschaft in Riad stehe mit den betroffenen Personen in Kontakt, hielt das EDA fest. Für sie gelte der Grundsatz der Eigenverantwortung.
Wer sich entgegen geltender Reisehinweise im Jemen aufhalte, handle «fahrlässig». Gemäss Artikel 42 des Auslandschweizergesetzes wird der Bund erst dann unterstützend eingreifen, wenn sich die Betroffenen selbst nicht weiterhelfen können.
(Dieser Artikel wurde am 7. Januar 2026 aktualisiert.)