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Zerstörte Strassen und beschädigte Fahrzeuge auf den Kapverden nach den verheerenden Überschwemmungen durch Tropensturm Erin. Bild: Screenshot Youtube / Fronteiras

Tropensturm verwüstet Kapverden

Sintflutartige Regenfälle haben auf den Kapverden Tod und Zerstörung hinterlassen. Acht Menschen starben, Dutzende werden vermisst, Hunderte sind obdachlos – und das beliebte Ferienparadies steht unter Wasser.

Die Regierung der Kapverden hat aufgrund schwerer Verwüstungen durch einen Tropensturm den Ausnahmezustand verhängt. Mindestens acht Menschen wurden offiziellen Angaben zufolge durch Sturmfluten getötet.

Gut 1500 Menschen sind obdachlos, seitdem Sturm Erin auf den Inseln São Vicente, Santo Antão und São Nicolau des Archipels am Montag heftige Überschwemmungen auslöste.

Nach Angaben des örtlichen Katastrophenschutzrats fielen am Montag innerhalb von nur fünf Stunden 193 Liter Niederschlag pro Quadratmeter. In der Regel fallen laut dem britischen Nationalen Wetterdienst auf dem Archipel im August im Durchschnitt lediglich 15 Liter Regen pro Quadratmeter.

Zweitägige Staatstrauer

Rettungskräfte suchten am Donnerstag weiter nach Dutzenden Vermissten. Auch Polizei und Militär unterstützen die Hilfs- und Bergungsarbeiten. Auf den drei betroffenen Inseln sind Häuser und Strassen zerstört worden, Brücken eingestürzt und mehrere Stadtviertel überflutet worden. Premierminister José Ulisses Correia e Silva kündigte die Einrichtung eines Krisenkabinetts an, um Hilfsmassnahmen zu beschleunigen.

Die Weltbank stellte laut Correia e Silva zehn Millionen US-Dollar für den Wiederaufbau zur Verfügung. Die Regierung rief zudem eine zweitägige Staatstrauer aus. Portugal entsendete laut der portugiesischen Nachrichtenagentur Lusa ein Marineschiff zur humanitären Hilfe auf die Kapverden.

Die zehn Kapverdischen Inseln mit insgesamt knapp einer halben Million Einwohnerinnen und Einwohnern sind aufgrund ihres warmen Klimas und weiten Sandstrände ein beliebtes Reiseziel. Neben der kulturellen Vielfalt gilt der Archipel im Atlantik vor der Westküste Afrikas auch als Tauchparadies.

(TN)