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Der Flughafen Bern-Belp erhält eine neue Verbindung nach München. Geflogen wird mit einer Cessna Grand Caravan. Bild: jotoya

Flughafen Bern und VINI starten Pilotprojekt

Was Uber für die Stadt ist, soll VINI für die Region werden: Mit einem nachfragegesteuerten Modell wollen der Flughafen Bern und die Mobilitätsplattform VINI die Flugverbindung zwischen Bern und München neu beleben.

Die regionale Luftfahrt in Europa steht vor einem technologischen Umbruch. Während viele der über 4000 Regionalflughäfen des Kontinents nicht ausgelastet sind, bleiben wichtige wirtschaftliche Direktverbindungen oft unbesetzt. Der Flughafen Bern und die europäische Plattform VINI (flyvbird) setzen bei diesem Punkt an und starten im Juni 2026 eine Testphase für die Strecke Bern–München.

Zentral ist eine KI-gesteuerte Plattform, die Nachfragemuster in Echtzeit analysiert und Flugpläne dynamisch optimiert. «Wir bauen heute den Markt auf, den elektrische Flugzeuge morgen brauchen», erklärt Tomislav Lang, Gründer und CEO von VINI. Ziel ist es, durch die intelligente Bündelung von Passagierströmen wirtschaftlich tragfähige Punkt-zu-Punkt-Verbindungen zu schaffen, die herkömmliche Airlines bisher nicht bedienen konnten.

Der Flugplan

Zum Einsatz kommt eine Cessna Grand Caravan mit neun Sitzplätzen. Das hybride Modell kombiniert feste Abflugzeiten mit flexiblen, nachfragegesteuerten Kapazitäten:

Zudem befindet sich eine weitere Verbindung nach Rijeka bereits in der Planung. Die Flüge sind ab sofort unter www.flyvini.com oder über den Airline-Code Q4 in allen gängigen Buchungssystemen reservierbar.

Wegbereiter für die elektrische Zukunft

Obwohl derzeit noch konventionelle Flugzeuge eingesetzt werden, soll das Projekt konsequent auf Nachhaltigkeit ausgerichtet werden. Die in der Testphase erhobenen Daten sollen als Grundlage für den zukünftigen Einsatz von Hybrid- und Elektroflugzeugen dienen. VINI arbeitet hierfür bereits mit Herstellern wie Electra.aero und MD Aircraft zusammen.

Für den operativen Betrieb zeichnet der deutsche Partner flYellow verantwortlich, der als Teil der Eichberger Reisen Gruppe über die notwendigen Sicherheitszertifikate (AOC) verfügt. Urs Ryf, CEO des Flughafen Bern, sieht in der Kooperation eine Bestätigung für den Standort: «Mit diesem Pilotprojekt testen wir gemeinsam, wie neue Technologien den Regionalflugverkehr in Europa verändern können».

(TN)