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Lufthansa pumpt eine Milliarde in Eurowings

Die Lufthansa macht Investitionsgelder in Höhe von einer Milliarde Euro locker zum Kauf von 61 Flugzeugen aus dem Bestand von Air Berlin.

Die finanziellen Weichen für den Ausbau der Lufthansa-Billigtochter Eurowings sind gestellt, der Aufsichtsrat winkt Investitionsgelder von einer Million Euro durch. Für diesen Betrag sollen 41 Airbus-Mittelstreckenjets und 20 Turboprop-Maschinen des Herstellers Bombardier aus der Air-Berlin-Flotte gekauft werden. Der Kauf hängt aber teilweise davon ab, ob die Verhandlungen zum Kauf von Teilen von Air Berlin zum Erfolg führen. Der dort genannte und vom Unternehmen nicht bestätigte Kaufpreis von rund 200 Millionen Euro ist in der vom Aufsichtsrat genehmigten Milliarde nicht enthalten, wie ein Lufthansa-Sprecher erläuterte.

20 weitere Airbus-Flieger von Air Berlin besitzt der Kranich-Konzern schon oder hat verbindliche Optionen darauf. Sie werden bereits bei der Tochter Eurowings eingesetzt, bei der auch die weiteren 61 Flugzeuge inklusive 20 Propellermaschinen zum Einsatz kommen sollen. Dafür sollen rund 3000 Piloten und Flugbegleiter angeworben werden.

Sie könnten auch aus den Reihen der mehr als 650 Air-Berlin-Mitarbeiter kommen, die sich in Düsseldorf und Ratingen bis zum Dienstagnachmittag von ihrer Gesellschaft über die Situation informieren liessen. Insbesondere bei der Betriebsversammlung für die Flugbegleiter in Düsseldorf sei es teils sehr emotional zugegangen, berichtete ein Air-Berlin-Sprecher. Am Standort Düsseldorf sind laut Verdi etwa 1200 Mitarbeiter für die Langstrecke stationiert, die zum 15. Oktober komplett eingestellt wird.

AB hievt Condor in die schwarzen Zahlen

Lufthansa hat im Insolvenzverfahren der Air Berlin für die beiden Tochtergesellschaften Niki und LG Walter geboten, in die zusätzliche Flugzeuge eingegliedert werden sollen. Fünf Maschinen sollen auch an die Tochter Austrian gehen.

Lufthansa-Chef Carsten Spohr sprach von einer grosse Chance, mit Eurowings in Europa einen entscheidenden Schritt voranzukommen. Aufsichtsrat und Vorstand seien sich einig, die Chance entschlossen zu nutzen. Air Berlin verhandelt zudem mit dem britischen Billigflieger Easyjet , der bis zu 40 Flugzeuge übernehmen will.

Die Turbulenzen um Air Berlin scheinen dem Ferienflieger Condor zu helfen. Die Buchungen bei der Thomas-Cook-Tochter zogen im Sommer um zwölf Prozent an, die Ticketpreise hielten sich auf dem Niveau des Vorjahres, teilte das Unternehmen mit. Die Kunden legten in einem gestörten deutschen Luftfahrt-Markt Wert auf verlässlichen Service.

Air Berlin hat seit der Ankündigung der Insolvenz im August wiederholt Flüge gestrichen. Nachdem Condor im vorigen Geschäftsjahr im operativen Geschäft in die Verlustzone gesackt war und einen Sparkurs eingeleitet hatte, soll die Gesellschaft das zu Ende gehende Jahr wie geplant mit schwarzen Zahlen abschliessen.

Welche Flüge Air Berlin in den nächsten Wochen streicht, zeigt diese Übersicht.

(AWP)