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Easyjet-Aktie wegen Brexit in freiem Fall

Der Billigflieger musste eine Gewinnwarnung ausgeben - auch die Aktien anderer Airlines schwächeln.

Das Brexit-Votum beutelt vor allem die britischen Airlines schwer. Easyjet hat eine Gewinnwarnung ausgegeben – dies nachdem bereits der Mutterkonzern British Airways IAG noch vor dem Wochenende seine Gewinnerwartungen für dieses Jahr zusammengestrichen hatte.

Die Easyjet-Aktie verlor nach herausgeben der Gewinnwarnung mehr als 16 Prozent an Wert an der Londoner Börse. Auch die anderen Airline-Aktien schwächeln: Lufthansa und Air Berlin verloren jeweils mehr als 5 Prozent, Ryanair 4 Prozent, Air France-KLM 2,6 Prozent.

Britische Fluglinien sind vom Abschied aus Europa besonders betroffen, da sie sich um den Zugang zum europäischen Markt sorgen müssen. Bislang konnte Easyjet dank der EU-Mitgliedschaft des Vereinigten Königreichs alle EU-Märkte anfliegen. Die Prognose der Luftfahrtverband IATA geht davon aus, dass der erwartete wirtschaftliche Abschwung nach dem Brexit und der Wertverfall des britischen Pfunds die Zahl der Fluggäste aus dem Vereinigten Königreich bis zum Jahr 2020 um 3 bis 5 Prozent nach unten drückt. Die Billigflieger-Anbieter Ryanair und Easyjet dürfte es besonders treffen – deshalb sind gerade diese beiden auf eine Weiterführung des Abkommens für den Luftverkehrs-Binnenmarkt der EU angewiesen. Ryanair hat ihren Sitz war in Irland, aber einen beträchtlichen Teil ihrer Flotte in Grossbritannien stationiert.

Unwetter und Streiks sorgten im Mai und Juni für Probleme

Für Easyjet war bereits der Mai und Juni problematisch: Zahlreiche Unwetter, die Egypt-Air-Tragödie, Fluglotsenstreiks in Frankreich und die Rollfeldüberlastung am Flughafen Gatwick haben zu über tausend Flugausfällen geführt und die Nachfrage nach Flügen deutlich gedämpft. Wie das Unternehmen in einer Mitteilung schreibt, dürfte der Umsatz pro Sitz im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2015/2016 um 8,6 Prozent anstatt 7 Prozent einbrechen.

Steigende Treibstoffpreise sowie ungünstige Wechselkurse dürften das per Oktober endende Geschäftsjahr mit rund 25 Millionen britischen Pfund zusätzlich belasten. Caroly McCall, CEO der Easyjet, soll nun an anderen Stellen im Unternehmen sparen.

(TN)