Flug

HolidayJet_MAR15c.jpg

Hotelplan beendet abrupt Partnerschaft mit Germania Flug AG

Von Gregor Waser

Die Liaison von Hotelplan und Germania hat nur wenige Monate gedauert. Jetzt kündigt Hotelplan den Vertrag. Germania akzeptiert die Kündigung nicht und leitet rechtliche Schritte ein. Hotelplan Suisse plant, mit Helvetic Airways und Air Berlin in die Wintersaison zu gehen. (Update: 18.15 Uhr)

Hotelplan Suisse beendet per Ende Oktober die Zusammenarbeit mit der Germania Flug AG. Im März mit grossen Erwartungen angekündigt, geht die neue Liaison schon früh wieder in die Brüche. Noch im Juni schwärmte Hotelplan-Suisse-CEO Kurt Eberhard von der Airline und der Möglichkeit, direkten Einfluss auf das Produkt und die Marke Holidayjet nehmen zu können.

Mit One-Way-Tarifen ab 49 Franken versuchte Hotelplan für Aufmerksamkeit und Auslastung zu sorgen. Doch das Sommergeschäft verlief eher schleppend, nicht nur wegen dem Passagiereinbruch Richtung Tunesien. Wegen Slot-Problemen am Flughafen Zürich konnten zudem nicht alle Holidayjet-Flüge wie vorgesehen stattfinden. Ist das die Ursache der Trennung? Touroperating-Chef Beach & Cities, Tim Bachmann, sagt: „Wir kommentieren das Ende der Zusammenarbeit nicht. Auch andere Airlines wie Air Berlin hatten Probleme mit Slots, das ist ein allgemeines Problem am Flughafen Zürich“.

In jüngster Zeit hatte Hotelplan Suisse kein Glück mit den Charter-Partnern. Ende 2012 ging die Schweizer Airline Hello Konkurs. Im letzten Jahr wurde die Zusammenarbeit mit der tschechischen Travel Service Airlines beendet, nachdem es an Flugrechten Richtung Ägypten fehlte. Und nun eine neuerliche Trennung: Nur ein halbes Jahr dauert der Einsatz der eigens für Hotelplan gebrandeten Maschine.

Germania akzeptiert Kündigung nicht

Der VR-Präsident der Germania Flug AG, Urs A. Pelizzoni, akzeptiert die einseitige Beendigung des Vertrags aber nicht: "Der Vertag ist auf eine langfristige Zusammenarbeit angelegt und kann nicht einseitig, insbesondere auch nicht kurzfristig bis zum 31.10.2015, gekündigt werden." Insofern bestehe entgegen der anderslautenden Medieninformation der Hotelplan Suisse  unter anderem auch für den kommenden Winter 2015/16 ein verbindlicher Vertrag. Die Germania Flug AG besteht auf Vertragserfüllung. "Die Germania Flug AG wehrt sich gegen das vertragswidrige Verhalten der Hotelplan Suisse und hat dementsprechend erste Schritte zur gerichtlichen Wahrung ihrer Interessen eingeleitet", sagt Pelizzoni. Davon umfasst würden auch alle zukünftigen, der Germania Flug AG daraus resultierenden Schäden aller Art. Wie bisher werde die Germania Flug AG ihren vertraglichen Verpflichtungen gegenüber allen Geschäftspartnern ohne jede Einschränkung nachkommen. 

Hotelplan hat nun aber andere Pläne. Ab 1. November startet Hotelplan Suisse die Winterflüge auf den Kurz- und Mittelstrecken mit Helvetic Airways und Air Berlin. Eine Embraer und einen A319 der Helvetic Airways hat Hotelplan im Vollcharter vertraglich zugesichert. Helvetic wird für Hotelplan nach Hurghada, Sharm el-Sheikh, Las Palmas, Larnaca und Kittilä fliegen. Die Air Berlin-Maschinen stehen Hotelplan im Teilcharter zur Verfügung. Air Berlin wird diese Destinationen bedienen: Hurghada, Sharm el-Sheikh, Faro, Funchal, Alicante, Mallorca, Fuerteventura, Lanzarote, Gran Canaria, Teneriffa und Antalya. Bereits gebuchte Flüge werden ohne Kostenfolgen automatisch ab 1. September umgebucht. Neu verfügt Hotelplan Suisse auch über Kontingentsplätze nach Fuerteventura und Lanzarote. Auf der Langstrecke stehen Hotelplan diese Airlines zur Seite: Edelweiss (Punta Cana, Male, Phuket), Air Berlin (Puerto Plata, Varadero Cancun via Düsseldorf), Oman Air (Male via Muscat) und Singapore Airlines (Phuket via Singapur).