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Helvetic Airways auf Rekordkurs — und Personalsuche

Mit 14 Maschinen peilt die grösste rein schweizerische Fluggesellschaft in diesem Jahr zwei Millionen Passagiere an. Doch es fehlt an Flight Attendants.

Seit vergangenem Juli verfügt Helvetic Airways über 14 Flugzeuge. 2016 wird die Schweizer Airline nun erstmals über zwölf Monate hinweg alle Maschinen im Einsatz haben und damit die Anzahl Passagiere voraussichtlich auf ein Rekordhoch schrauben können. Nach 1,75 Millionen Passagieren im letzten Jahr wird nun die Grenze von zwei Millionen angepeilt.

Die im 2014 aus sieben Flugzeugen bestehende Flotte wurde im letzten Jahr mit sieben Embraer-190-Maschinen verdoppelt. Acht Maschinen stehen für die Swiss im Einsatz, die weiteren Maschinen stehen im Liniendienst an 16 europäische Destinationen und für Reiseveranstalter im Einsatz, allen voran Hotelplan, aber auch für TUI Suisse und kleinere Anbieter. Zudem betreib Helvetic Airways auch einen Direktverkauf.

Die Airline von Financier Martin Ebner flog 2015  mit einer Auslastung von 85 Prozent. Zu Gewinnzahlen gibt sich Helvetic Airways aber zugeknöpft. "Die Mischung aus drei Standbeinen hat sich etabliert", sagt Tobias Pogorevc, Chief Financial Officer, ein künftiges Wachstum sei denkbar.

Markt ist ausgeschöpft

Ganz so einfach ist eine Expansion derzeit aber nicht. Ein grosses Problem: die Rekrutierung von genügend Piloten und Flight Attendants. "Es hat zu viele, die derzeit suchen auf dem Markt", erläutert Pogorevc das Problem, "die Swiss sucht 850, Emirates sucht, Edelweiss, Germania, wir — irgendwann ist der Markt ausgeschöpft in der Schweiz". Helvetic Airways plant Rekrutierungsanlässe für Flight Attendants nicht mehr nur in Zürich, auch in Basel, St. Gallen, Brig und Deutschland. "Dank speziellen Jobprofilen und kürzeren Flügen in Europa kommen bei uns auch Studierende und Teilzeitmitarbeitende in Frage".

Das bisherige Personalwachstum bei Helvetic Airways hat mit der Flottenerweiterung zu tun, ebenso mit dem Aufbau einer eigenen Maintenance-Abteilung, die heute 55 Leute umfasst. In neun Jahren, von 2007 bis Mitte 2016, ist die Airline von 120 auf 450 Mitarbeitende angewachsen.

Derzeit eine sehr gute Nachfrage verzeichnet Helvetic Airways bei einigen der Nischendestinationen, etwa nach Schottland, Irland oder Bordeaux. Hier sei ein Switch weg vom Mittelmeer zu erkennen, sagt Tobias Pogorevc. Nach Ägypten fliegt Helvetic Airways nicht und wartet vorerst die Situation ab.

(TN)