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LX7771 ist gelandet: Die erste Boeing 777-300ER in Zürich-Kloten. Bilder: Rémy Steiner Photography

Landung um 9.14 Uhr: Die erste Boeing 777-300ER

Von Olivia Raths

Das erste von neun Langstreckenflugzeugen der Swiss ist da — nach einem Abstecher zum Matterhorn.

Die Swiss-Familie ist um ein Mitglied reicher: Vor einer grossen Zuschauerschar landete heute Morgen die erste Boeing 777 der Swiss-Langstreckenflotte am Flughafen Kloten. Das Flugzeug mit der Kennzeichnung HB-JNA gehört zu den insgesamt neun bestellten Boeings 777-300ER, wovon die ersten sechs in diesem Jahr ausgeliefert werden und weitere drei in den Jahren 2017 und 2018 folgen. Die 340-Plätzer ersetzen schrittweise die Airbus A340, die langsam in die Jahre gekommen sind.

Das neue Swiss-Flottenmitglied kam direkt aus den Boeing-Werken bei Seattle in den USA. Vor der Landung in Zürich umrundete die 777 noch das Matterhorn, begleitet von zwei F/A-18 der Schweizer Luftwaffe inklusive Fotobegleitung. Mit auf dem Flug waren der Schweizer Aviatikjournalist Thomas Strässle sowie diverse Boeing- und Swiss-Leute. Die knapp zehnstündige Reise in der Business Class sei komfortabel gewesen, sagt Strässle zu travelnews.ch. «Beim WLAN an Bord war der Anmeldeprozess zwar etwas kompliziert, doch danach funktionierte die drahtlose Internetnutzung gut.» Auch die riesigen Touchscreen-Bildschirme — diejenigen der First Class sind die grössten zurzeit verfügbaren — seien gut zu bedienen.

Im Februar wird die Boeing 777 der Swiss erstmals zwischen Zürich und New York eingesetzt. Das Flugzeug, das bis zu 14'500 Kilometer am Stück fliegen kann und bis 20 Prozent weniger Kohlendioxid ausstossen soll als der A340, wird zudem ab Ende März (Beginn Sommerflugplan 2016) die Destinationen Hongkong, Bangkok und Los Angeles anfliegen. Auf den Flügen nach San Francisco, São Paulo und Tel Aviv soll der neue Langstreckenflieger in Ergänzung zum A340 zum Einsatz kommen. Die Einflottung der 777 schafft nach Angaben der Swiss 360 neue Stellen beim Kabinenpersonal.

Boeing als Exot in der Swiss-Flotte

Die neuen Triple Sevens des US-Herstellers Boeing sind eher Exoten in der Swiss-Flotte, zu der grösstenteils Maschinen des europäischen Konkurrenten Airbus gehören. Die Umstellung auf den neuen Flugzeugtyp sei gross — grösser als bei neuen Maschinen von Airbus, sagt Kurt Hofmann, Aviatikexperte aus Österreich, zu Travelnews.ch. «Doch der Aufwand lohnt sich. Die 777 ist ein zuverlässiges Flugzeug, das sich im Markt etabliert hat und sehr gute Erfahrungswerte hat.»

Die Einführung der 777 ist nicht zuletzt auch für die Piloten aufwendig, die von Airbus- auf die völlig unterschiedlichen Boeing-Cockpits umgeschult werden müssen. Vor einem Jahr begannen mehrere Swiss-Piloten eine mehrmonatige Ausbildung zu 777-Instruktoren bei ihrer Partnerairline Austrian Airlines (AUA), zu deren Flotte seit einigen Jahren Flugzeuge des Typs Boeing 777-200 gehören.

Seit Herbst 2015 bilden die frischgebackenen 777-Instruktoren nun ihre Kollegen bei der Swiss zu 777-Piloten aus. Im Swiss Aviation Training am Flughafen Zürich wurde dafür eigens ein A340-Simulator zu einem 777-Simulator umgebaut. Jetzt, da die erste 777 bei der Swiss angekommen ist, trainieren die auszubildenden Piloten mehrere echte Starts und Landungen.

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