Flug
Air Berlin: Weniger Passagiere, bessere Auslastung
Das Jahr endete mit einem Nackenschlag. Im juristischen Ringen um die Codeshare-Flüge von Etihad Airways und Air Berlin, die dem zweitgrössten deutschen Carrier zusätzliche Mittel um 140 Euro bescheren sollen, gabs vom Gericht ein No-Go per 16. Januar. Für Air Berlin, die in den letzten vier Jahren jährlich 300 Mio. Euro in den Sand setzte, waren das schlechte Nachrichten um in ein erhofftes Turn-Around-Jahr zu fliegen.
Nun gab Air Berlin gestern Einblick in die Zahlen des abgelaufenen Jahres. Die Anzahl Passagier fiel von 31,7 Millionen auf 30 Millionen, ein Minus von 4,6 Prozent. Gleichzeitig konnte die Airline bei der Auslastung zulegen. Diese steigerte sich von 83,5 auf 84, Prozent. Im Vergleich dazu: Easyjet und Ryanair bewegen sich auf einem Level von 91 und 92 Prozent.
Insbesondere im Dezember konnte Air Berlin den Vorjahresmonat deutlich übertreffen, was der Airline-Chef Stefan Pichler in einer Mitteilung so kommentiert: "Die guten Auslastungswerte der letzten Monate sind das Ergebnis einer fortlaufend positiven Entwicklung bei der Neuausrichtung von airberlin. Unsere Massnahmen greifen. Ein zentraler Erfolgsfaktor für die Erhöhung der Auslastungswerte in der zweiten Jahreshälfte 2015 war vor allem die Implementierung eines neuen Revenue-Management-Systems sowie Massnahmen zur Verbesserung der Erträge aus den Ticketverkäufen und des Gesamtumsatzes.“
Nach einem weiteren Konsolidierungsjahr, will nun Airline-Chef Pichler spätestens 2017 schwarze Zahlen ausweisen können. Wie er in einem Interview mit der "FVW" sagt, verlagere Air Berlin nun seine Prioritäten: "Wo wir keine grossen Chancen sehen, reduzieren wir unser Angebot und investieren in unsere relevanten Märkte, zum Beispiel Mallorca, die Kanaren, Italien und auf der Langstrecke." Und er baut verstärkt auf Düsseldorf — in einem Radius von 90 Autominuten leben dort 28 Millionen Einwohner.