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Die Probleme mit der 737MAX haben zu einem schlechten Quartalsergebnis für Boeing geführt. Bild: Boeing Corp.

Boeing hat ein schlechtes 1. Quartal hingelegt

Die Welt hat jetzt erfahren, welche Konsequenzen das Grounding der 737MAX auf die Boeing-Zahlen hat. Trotz der erwartbaren Schwäche der ersten Quartalszahlen steht bei Boeing aber nicht alles im Argen.

Am Dienstag (23. April) hat Flugzeughersteller Boeing seine Zahlen für das 1. Quartal 2019 präsentiert. Diese waren aufgrund des weltweiten Groundings der Boeing 737MAX infolge von Software-Problemen mit grossem Interesse erwartet worden. Tatsächlich dürfte die Lektüre des Berichts den Investoren nur wenig Freude bereitet haben.

Der Gesamtumsatz fiel zwar nur um 2 Prozent auf 22,6 Milliarden US-Dollar. Der operative Gewinn (non-GAAP) jedoch ging um satte 21 Prozent zurück. Das hat primär mit gesunkenen Flugzeugauslieferungen zu tun: Im ersten Quartal rollten nur 149 neue Flugzeuge aus den Produktionshallen von Boeing; im ersten Quartal des Vorjahres waren es noch 184 gewesen, also rund 19 Prozent mehr. Hauptgrund ist natürlich das erwähnte Grounding der B737MAX. Boeing hält allerdings fest, dass man intensiv an der Überarbeitung der beanstandeten Software arbeite. Darüber hinaus hat die Gesellschaft festgehalten, dass die Rückgänge im Bereich der Passagierflugzeuge teils durch verbesserte Zahlen im Verteidigungs- und Dienstleistungssektor abgefedert wurden.

Dennoch zeichnet sich ein düsteres Bild, wenn man bedenkt, dass die B737MAX von Ethiopian Airlines erst am 10. März abstürzte und das Grounding dieses Flugzeugtyps erst eine Woche später in Kraft trat, also gegen Ende des 1. Quartals hin. Die Quartalszahlen beinhalten also lediglich einige Wochen mit der 737MAX-Problematik - eine  Problematik, welche laut Experten noch ziemlich lange andauern könnte.

Eine Milliarde Dollar Mehrkosten für die B737MAX

Boeing hat zwar die Auslieferungen der 737MAX gestoppt. Dennoch werden weiterhin MAX-Flugzeuge produziert, allerdings mit um 20 Prozent gedrosselter Produktion, wodurch noch 42 solche Flugzeuge pro Monat gebaut werden. Aus den Quartalszahlen geht zwar nicht hervor, wie viel die Probleme mit der 737MAX und der reduzierten Produktion Boeing konkret kosten. Aus einer Investorenpräsentation, welche parallel zur Bekanntgabe der Quartalszahlen publiziert wurde, geht allerdings hervor, dass die Produktionskosten für die MAX-Flugzeuge im ersten Quartal 2019 um eine Milliarde Dollar höher als üblich bzw. budgetiert waren.

Die Unsicherheit rund um das Flugverbot für die 737MAX hat Boeing dazu veranlasst, auf unbestimmte Zeit ihre ökonomischen Prognosen auszusetzen. Das ist insofern normal, als ja Boeing sonst quasi auch publizieren müsste, welche ökonomischen Konsequenzen aus dem 737MAX-Schlamassel erwartet werden und wann mit einem Ende des Groundings gerechnet wird.

Trotz der vergleichsweise schlechten Zahlen ist nicht alles zappenduster. Die Analysten hatten nämlich noch schlechtere Zahlen erwartet, weshalb der Aktienkurs von Boeing nach Bekanntgabe der Quartalszahlen gar leicht anstieg. Allerdings ist noch ein weiter Weg zurück zur alten Stärke von vor dem Ethiopian-Absturz: Seitdem haben die Boeing-Aktien nämlich um über 11 Prozent nachgelassen.

(JCR)