Ferienland Schweiz

Romana Ganzoni (l.) und Franziska von Fischer widmen sich am Festival BergBuchBrig der Bergführerin-Pionierin Nicole Niquille. Bild: BergBuchBrig

Das alles läuft beim Buchfestival in Brig

Vom 4. bis 8. November 2026 findet in Brig-Glis zum 20. Mal das Festival «BergBuchBrig» statt – fünf Tage im Zeichen von Literatur, Musik, Kunst und Wissenschaft.

Lesungen, Gespräche, Buchpräsentationen, Filmvorführungen, Konzerte, Vorträge und Podiumsdiskussionen: An unterschiedlichen Perspektiven auf die Alpenwelt mangelt es nun wirklich nicht bei «BergBuchBrig». «Die Auseinandersetzung mit den Bergen lebt von den Beiträgen auf der Bühne und vom Dialog zwischen Menschen», bestätigt denn auch Festivalvereinspräsidentin Liliane Studer im Editorial des Programms. Das diesjährige Thema «NaturKulturZukunft» wird dabei mit Veranstaltungen umgesetzt, die meist in den Sälen der «ZeughausKultur» in Brig-Glis stattfinden.

Zwischen Wissenschaft und Poesie

Da liefert Meteorologe Thomas Bucheli seine Betrachtungen zum Bergwetter, der Leiter des Schweizer Gletschermessnetzes sinniert über das Ende des ewigen Eises und der Gründungsdirektor des Urner Instituts «Kulturen der Alpen» referiert über die Chancen einer künftigen Alpwirtschaft: Eine hohe Dichte an Spezialisten und Fachleuten scheint bei den Festivalvorträgen gesetzt.

Wie der Name nahelegt, kommt «BergBuchBrig» aber nicht ohne das geschriebene Wort aus, und das darf ruhig auch mal literarisch-lebendig statt fachlich-nüchtern ausfallen. So ist zum Beispiel eine der Lesungen der Bergführerin-Pionierin Nicole Niquille gewidmet – mit einer Textcollage, in der die Schönheit der Berge und Poesie gleichermassen ihren Platz finden.

Bergführer und Bergmaler

Bergkultur passt nicht nur zwischen Buchseiten, sondern auch auf die Leinwand. Das beweisen während der Festivaltage zwei Ausstellungen. Da wäre zum einen «Die Berge – mein Weg zum Malen» von Hans Jossi. In einer Bergführer-Familie aufgewachsen, schafft das Mitglied der Gilde Schweizer Bergmaler und Bergmalerinnen Werke von «vibrierender Klarheit», wie es im Programm heisst. Zum anderen sind vor Ort Fotografien von Françoise Funk-Salamí zu bestaunen.

Die Fotografien von Françoise Funk-Salamí zeigen die Veränderungen des Rhone-Gletschers und thematisieren die Folgen des Klimawandels. Bild: Françoise Funk-Salamí

Im Rahmen der Ausstellung «Silap ingerlasia – wie die Welt sich bewegt» zieht sie stille Parallelen zwischen Grönländischen und Walliser Regionen: Gletscher, Schnee und Eis sowie der Klimawandel prägen beide Gebiete.

Wo der Roggen wächst

Genug gesessen? Auch dieses Jahr reicht das Programm über die Sitzreihen der «ZeughausKultur» hinaus: Verschiedene Exkursionen führen an die frische Luft. Im Rahmen der Veranstaltung «Die Welt des Roggens» können Teilnehmerinnen und Teilnehmer so tief in die Welt des Walliser Natur- und Kulturerbes eintauchen. Der geführte Erlebnisnachmittag in Erschmatt zeigt den Weg der Getreideart vom Korn auf dem Acker über die Backstube bis zum Tisch.

Auf dem «Wakkerer Rundgang» durch Brig gehen Spaziergänger derweil der Frage nach, warum die Gemeinde den gleichnamigen Preis des Schweizer Heimatschutzes erhalten hat. Antworten liefert Kulturführer Peter Salzmann auf einer unterhaltsamen, zweieinhalbstündigen Tour.

Mehr Informationen unter bergbuchbrig.ch und brig-simplon.ch

(BHA)