Ferienland Schweiz
Tested Zu Gast im Aves Arosa: Das überzeugt besonders
Reto SuterDas Drei-Sterne-Hotel Aves Homebase direkt am Obersee gehört zu den jüngsten Hotels in Arosa. Ende 2022 wurde es nach rund dreijähriger Bauzeit auf dem Areal des ehemaligen Hotel Carmenna eröffnet. Das Haus verfügt über 87 Hotelzimmer, 11 bewirtschaftete Apartments und fünf Zweitwohnungen.
Erst kürzlich kam Bewegung ins Projekt: Die Revier Hospitality Group übernimmt per 1. November 2026 den Betrieb des Hotels. Eigentümerin der Liegenschaft ist neu die Fortimo Group, die das Haus an ihre Tochtergesellschaft Revier verpachtet. Die Wiedereröffnung unter neuem Namen ist auf die kommende Wintersaison geplant. Das gesamte Team soll übernommen werden.
Bevor dieser Neustart beginnt, wollte ich mir selbst ein Bild machen, was das Aves zu bieten hat. Darum habe ich es zusammen mit meiner Frau und unseren beiden Kindern (11 und 14 Jahre alt) während eines Wochenendes getestet.
Das Erlebnis begann schon vor der Ankunft in Arosa – und zwar digital. Innert weniger Tage füllte sich mein Posteingang: Buchungsbestätigung, elektronischer Pre-Check-in, digitale Arosa Card, Rabattaktion fürs Nachtessen, Erinnerungen zum Ausfüllen der Daten und nochmals ein Hinweis aufs Restaurant. Verständlich: Hotels möchten Abläufe vereinfachen und ihre Gäste früh abholen. Für meinen Geschmack war das aber etwas zu viel Aufmerksamkeit.
Dann ging es endlich los Richtung Arosa. Der Blick auf die Wetter-App machte allerdings wenig Lust auf Sommerferien: Wolken, einzelne Schauer, kaum Aussicht auf Sonne. Uns war das egal. Wenn wir schon nicht den ganzen Tag draussen unterwegs sein würden, blieb umso mehr Zeit für die zentrale Frage: Hält das Aves Homebase, was es verspricht?
Ausstattung
Die Lobby wirkt offen und gemütlich. Eine klassische Rezeption sucht man vergeblich. Stattdessen erfolgen Check-in und Check-out unkompliziert an der Bartheke direkt beim Eingang. Wer möchte, kann den gesamten Prozess auch digital abwickeln. Bar und Lounge sind als Treffpunkt konzipiert und laden zum Verweilen ein. Gleichzeitig eignen sich die Bereiche auch gut als Co-Working-Space für Gäste, die zwischendurch arbeiten müssen. Über eine Treppe gelangt man auf die Terrasse, die im Winter den Blick auf das Eisfeld und im Sommer auf den Kunstrasen-Fussballplatz freigibt.
Der Barbereich präsentiert sich hell und freundlich, grosse Fensterfronten lassen viel Tageslicht herein. Die Happy Hour zwischen 16 und 18 Uhr nutzen wir für einen Drink. Direkt daneben befindet sich das hoteleigene Restaurant Share. Ergänzt wird das Angebot durch einen kleinen Wellnessbereich. Wer mit dem Auto anreist, kann das kostenpflichtige Parkhaus Ochsenbühl nutzen, das per Lift direkt mit dem Hotel verbunden ist – praktisch insbesondere beim Ein- und Ausladen.
Tipp: Wer auch in den Ferien gerne aktiv bleibt, vermisst im Hotel womöglich einen Fitnessraum. Dafür bietet die Natur rund um Arosa mehr als nur Ersatz: ausgedehnte Spaziergänge, abwechslungsreiche Joggingstrecken und zahlreiche Wanderwege direkt vor der Tür laden dazu ein, sich an der frischen Bergluft zu bewegen. Und bald kommt noch mehr dazu: Direkt am Obersee eröffnet demnächst eine neue Outdoor-Fitnessanlage.
Zimmer
Unser Apartment im vierten Stock verfügt über zwei Schlafzimmer und grosszügige 56 Quadratmeter Wohnfläche. Das eigentliche Highlight wartet aber draussen: Der 25 Quadratmeter grosse Balkon eröffnet einen herrlichen Blick auf den Obersee und die umliegende Bergwelt – ein Ort, an dem sich der Tag entspannt beginnen oder ausklingen lässt. Auch innen fehlt es an wenig. Die grosse Küche ist bestens ausgestattet, mit Geschirrspüler, Toaster, Kaffeemaschine und sogar einem Raclette-Ofen für gemütliche Abende. Das Wohnzimmer wirkt dank viel Tageslicht freundlich und einladend. Das Badezimmer ist funktional eingerichtet und bietet alles, was es für einen unkomplizierten Aufenthalt braucht. Für erholsame Nächte sorgen die grossen, bequemen Betten.
Tipp: Für die bis zu sechs Personen, die im Apartment Platz finden, fällt der Stauraum etwas knapp aus. Zumal in unserem Apartment einer der Schränke verschlossen und mit «privat» gekennzeichnet ist. Umso mehr lohnt sich ein kleiner Strategieplan: bereits beim Packen zu Hause und später auch vor Ort. Was braucht es wirklich in den Ferien? Was kann im Koffer bleiben? Und welche Dinge verdienen einen Platz im Schrank? Wer bewusst packt und sich gut organisiert, kommt auch mit dem vorhandenen Stauraum zurecht.
Essen und Trinken
Das Restaurant Share ist derzeit morgens und abends geöffnet. Bereits beim Frühstück zeigt sich: Das Angebot konzentriert sich auf das Wesentliche – und macht genau das hervorragend. Das Buffet bietet eine schöne Auswahl an Brot, verschiedenen Aufstrichen, gutem Kaffee, Aufschnitt, Käse, Früchten, Säften und Eierspeisen. Trotz der eher kompakten Fläche wirkt alles durchdacht: Das Buffet ist auf drei Bereiche verteilt, sodass sich die Gäste kaum in die Quere kommen. Dazu kommt ein aufmerksamer Service: Leere Teller verschwinden schnell und unaufdringlich vom Tisch.
Auch das Abendessen überzeugt. Die Karte bietet eine gute Mischung aus vegetarischen und Fleischgerichten, leichten und herzhaften Optionen, dazu eine Kinderkarte und verschiedene Pinsa-Variationen. So findet jede und jeder etwas Passendes. Besonders positiv fällt die Flexibilität des Teams auf: Kleinere Anpassungen an den Gerichten oder Sonderwünsche für Kinder werden unkompliziert umgesetzt.
Tipp: Auf das À-la-carte-Abendessen im Restaurant Share gibt es für Hotelgäste zehn Prozent Rabatt. Damit dieser direkt berücksichtigt werden kann, sollte bei der Reservation der Hinweis «Gäste im Haus» vermerkt und das Servicepersonal entsprechend informiert werden. Zudem empfiehlt es sich, den Tisch frühzeitig zu reservieren. Selbst während unseres Aufenthalts in der Zwischensaison war das Restaurant sehr gut ausgelastet.
Lage
Die Lage ist der grösste Trumpf des Hotels. Bahnhof und Bergbahnen sind in weniger als fünf Minuten zu Fuss erreichbar Auch Wanderfreunde kommen auf ihre Kosten: Mehrere Routen beginnen direkt im Dorf und machen den Einstieg in die Bergwelt sehr unkompliziert. Direkt vor der Haustür lädt der Obersee zu einer Runde auf dem Pedalo ein, während die Badi am Untersee in rund zehn Gehminuten erreichbar ist. Auch kulinarisch ist vieles in kurzer Distanz zu finden: Restaurants liegen in unmittelbarer Nähe und sorgen für kurze Wege. Besonders praktisch ist die Bäckerei Steiner gleich nebenan, die gleichzeitig auch Café ist. Neben klassischem Bäckereiangebot überzeugt sie mit einer attraktiven Mittagskarte und täglich wechselnden Menüs. Das Preis-Leistungs-Verhältnis zählt zu den überzeugendsten in Arosa. Für den täglichen Bedarf sind zudem Einkaufsmöglichkeiten wie Coop Valsana und Denner bequem zu Fuss erreichbar.
Tipp: Nach dem Abendessen oder dem Absacker an der Bar bietet sich ein Spaziergang um den Obersee an: fern vom grossen Trubel und mit viel Natur direkt vor der Haustür. Ein entspannter Ausklang des Tages – und beste Voraussetzungen für eine erholsame Nacht.
Fazit
Das Hotel Aves Homebase hinterlässt einen überzeugenden Eindruck. Das Haus kombiniert moderne, wohnliche Einrichtung mit einem unkomplizierten Konzept und aufmerksamem Service. Besonders heraus sticht die Lage: zentral und gleichzeitig nah an der Natur. Für alle, die noch nach einer passenden Unterkunft für Sommer- oder Herbstferien in den Schweizer Bergen suchen, gehört das Drei-Sterne-Haus in Arosa definitiv zu den Adressen, die einen genaueren Blick wert sind.